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SILLY - Instandbesetzt

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Artist SILLY
Title Instandbesetzt
Homepage SILLY
Label ELECTROLA
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Bei SILLY handelt es sich zweifellos um eine der erfolgreichsten Bands der ehemaligen DDR. 1978 gegründet, ist die Rockcombo zudem ein echtes Urgestein, das Ritchie Barton (Keyboard – 1982), Uwe Hassbecker (Gitarre – 1986) und Jacki Reznicek (Bass – 1987) allerdings keine Gründungsmitglieder mehr in seinen Reihen hat.  Gleichwohl sind die Herren ebenfalls seit mehr als drei Jahrzehnten dabei. SILLY ist immer auch mit der 1996 verstorbenen Sängerin Tamara Danz verbunden, die tatsächlich von Anfang an dabei war und deren Job von 2006 bis 2018 die Schauspielerin Anna Loos übernahm. Seit der Analog-Tour im Herbst 2019 gibt es zwei neue Sängerinnen: AnNa R. (ROSENSTOLZ) und JULIA NEIGEL. Die beiden Damen sind auch auf dem jüngsten Studio-Output „Instandbesetzt“ zu hören.

Nach dem überwältigenden Erfolg der ausverkauften 2019er Tour „10 Alben, 10 Städte, 10 Shows“ wurde die Frage immer lauter: Wann gibt es die Song-Auswahl der Tour auf einem Album? Doch einfach nur ein weiterer Live-Mitschnitt erschien SILLY zu profan. Deshalb gingen die Musiker gemeinsam mit ihren Sängerinnen AnNa R. und Julia Neigel ins SILLY-eigene Tonstudio. Das Ergebnis ist etwas Besonderes: Hier entstanden zehn neu produzierte Songs aus dem Gesamt-Repertoire der Rockband. Nein, es ist keine neue Best-of. Beim Blick in die Titelschatztruhe waren es eher die heimlichen Hymnen, die kleinen Titel-Juwelen, die besonders gefunkelt und den Sprung auf das Album geschafft haben. So offenbart ein Song wie „Puppe Otto“ (1983 auf „Mont Klamott“ erschienen) eine überraschende Genre-Affinität von AnNa R., die nur Wenigen bekannt sein dürfte. „Die wilde Mathilde“ vom gleichen Longplayer zeigt sich durch die rauchig-kraftvolle Stimme Julia Neigels noch wilder und authentischer. Doch damit nicht genug. SILLY nutzten die Corona-Pandemie kreativ und schrieben neue Lieder als I-Tüpfelchen der Langrille. Die Texte stammen von Jörn Kalkbrenner und Max Prosa. Mit „Lautes Schweigen“, „Werden und Vergeh’n“ und vor allem dem ersten Vorab-Track „Hamsterrad“ treffen SILLY genau den Nerv der Zeit. Zeilen wie „Wo fahr’n wir hin … tagein tagaus dieselbe Runde, wann wird der Trip zu Ende sein?“ oder „Doch wart’ nicht immer nur auf andere und kümmer‘ dich mal selber drum“ beschreiben die aktuelle Situation kritisch, fordern aber gleichzeitig zum Handeln auf. SILLY eben. In allen drei Stücken sind beide Sängerinnen gemeinsam zu hören.

Ein Haus auf dem Cover? – Es wirkt untypisch für SILLY und damit typisch für die Band, die nie stehenbleibt, immer wieder aufsteht und vorwärtsdrängt. Das Haus mit dem verrückten Klotz als Gleichnis. Für eine Band mit Ecken und Kanten, die dank ihres festen Fundamentes zahlreiche Schicksalsschläge sicher überstanden hat, durch ihre wechselvolle Geschichte an sich und über sich hinausgewachsen ist und die durch jede Veränderung gewinnt. Und so basiert auch die Idee auf einem Resümee von Uwe Hassbecker: „SILLY ist für uns wie ein Haus, an dem schon so einige Architekten und Bauherren gewerkelt haben. Ein Haus mit einer guten Bausubstanz, das wir stetig erweitert, modernisiert und erhalten haben. Ein buntes, freundliches und warmes Haus mit knarrendem Parkett, hellen Räumen und mit einer spannenden Geschichte, die die Wände atmen. Unser instandbesetztes Haus ist für uns ein Schmuckstück und ein Zuhause.“ „Und es ist ein Haus, in dem sich jeder Besucher willkommen fühlt“, fügen Julia Neigel und AnNa R. ergänzend hinzu. „Ich werde dich instandbesetzen, von der Kellertreppe bis ganz hoch unters Dach“, heißt es in dem Song „Instandbesetzt“, der dem elften SILLY-Studioalbum seinen Namen gab. Und damit schließt sich der Kreis zum SILLY-Haus. Ein Haus, das keine Schatten wirft, sondern sein Spiegelbild vor Augen hat. Das Spiegelbild mit dem markant „verrückten“ Klotz – „SILLY“ eben. Für Oktober und November ist außerdem eine Deutschland-Tour geplant.

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