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SILLY - Kopf an Kopf

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Artist SILLY
Title Kopf an Kopf
Homepage SILLY
Label UNIVERSAL
Leserbewertung
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5.3/10 (11 Bewertungen)

Ich muss gestehen, dass mir nicht bewusst war, dass SILLY ihr selbstbetiteltes Schallplattendebüt 1980 im Westen hatten. Für mich war die Kapelle immer eine erfolgreiche Ostband, aber ihr erster Longplayer erschien tatsächlich erst ein Jahr später in der damaligen DDR und trug den Titel „Tanzt keiner Boogie?“. Mit ihrer Sängerin Tamara Danz gewannen SILLY schnell an Popularität, nach ihrem Krebs-Tod im Jahr 1996 wurde es allerdings still um die Berliner. Inzwischen ist von der Ur-Besetzung niemand mehr dabei, aber seit 2006 haben die Herren Richtie Barton (Piano), Uwe Hasspecker (Gitarre) und Jäcki Reznicek (Bass) eine neue Fronterin, die bis dato in erster Linie als Schauspielerin von sich reden machte. Die Rede ist natürlich von Anna Loos, mit der SILLY vor drei Jahren den Silberling „Alles rot“ in die Läden brachte. Für die Full Length gab es Platz 3 der Album-Charts, Position 27 für die gleichnamige Single und das silberne Treppchen beim Bundesvision Song Contest. „Kopf an Kopf“ ist die zweite Zusammenarbeit des Vierers und enthält 15 neue Songs.

Für die Texte zeichnet erstmals überwiegend Anna Loos verantwortlich, während die Lyrics für das lebendige „Blinder Passagier“ noch aus der Feder von Tamara Danz stammen. Den Anfang macht jedoch der Titeltrack „Kopf an Kopf“, der mit viel Gefühl den Zusammenhalt und das Füreinander einstehen thematisiert. Emotionen werden überhaupt auf der Platte sehr groß geschrieben, schließlich betrachtet die Band sie als die vielleicht persönlichste. Mit dem treibenden „Dein Atlantis“ wollen SILLY Mut machen, zeigen sich mit der ersten Single-Auskopplung, der Piano-Nummer „Deine Stärken“, philosophisch und schlagen mit „Blutsgeschwister“ leise Töne an. Leicht orientalisch angehaucht und mit politischen Zwischentönen schließt sich „Vaterland“ an, um mit dem druckvollen „Deine Stimme“ zu motivieren und dank „Verkehrte Welt“ knackig an Geschwindigkeit zuzulegen. „Die Welt wird hell sein“ präsentiert sich wieder als zurückhaltende Klavierballade, während „Wo fang ich an“ mit den Tempi spielt und „Spring“ erneut auf große Gefühle setzt. Selbiges gilt auch für das fragile „Im See“ und das finale „Ohne Dich“, bei dem einmal mehr Klavier und Streicher in den Vordergrund rücken.

Zweifellos haben SILLY mit „Kopf an Kopf“ das musikalische Rad nicht neu erfunden, aber die Zusammenstellung der einzelnen instrumentalen und gesanglichen Zutaten liefert schmackhafte Hausmannskost, die mit viel Liebe zum Detail und Spielfreunde inszeniert wurde. Die Zielgruppe wird wie die Bandmitglieder auch bereits ein paar Jahre mehr an Lebenserfahrung auf dem Buckel haben und sich deshalb auch im Sound und den Texten der Hauptstädter mit großer Wahrscheinlichkeit wiederfinden.

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