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SILVERSHARK - Burn To Boogie

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Artist SILVERSHARK
Title Burn To Boogie
Homepage SILVERSHARK
Label NOISOLUTION
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Disco ist ja gerade nicht so angesagt. Dem beschissenen COVID-19 geschuldet, müssen die Clubs zu bleiben und gefühlt wird eine ganze Generation junger Menschen um das Privileg betrogen, unbeschwert das Wochenende durchzufeiern. Wobei, so unbeschwert wie in den Siebzigern war es auch vor Corona schon nicht mehr. In den Achtzigern sorgte schon mal ein Virus dafür, dass sich das zumindest die Frage, ob man noch mit der Disco-Bekanntschaft nach Hause ging, nicht mehr ganz so unbefangen beantworten ließ: HIV war nicht länger nur ein Schreckgespenst der Schwulen-Szene, sondern in der Mitte der Gesellschaft angekommen. In den Neunzigern war dann endgültig Schluss mit Soul, Funk und Seventies-Disco, stattdessen standen Großraum-Disse und Euro-Dance auf dem Programm – wahlweise auch Techno-Raves auf mehreren Floors großer Hallen oder im nicht ganz legalen Umfeld leerstehender Fabrikgebäude.

Wie komme ich darauf, hier über den Wandel in der Diskotheken-Landschaft zu dozieren? Es liegt an SILVERSHARK und dem Album „Burn To Boogie“, dessen Titel schon ahnen lässt, was musikalisch geboten wird. Hinter SILVERSHARK stecken Steve Burner (u.a. TRAVELIN JACK) und Richard Behrens (HEAT, SAMSARA BLUES EXPERIENCE). Richard öffnete für Steve die Türen seines Big Snuff Studios und gemeinsam tobten sich die Herren am analogen Equipment aus. Zur Hilfe kamen Mitglieder von Band wie COOGANS BLUFF bis ELDER, von S.U.G.A.R., über HEAT und WUCAN bis VUG. Mit Soul, Funk, Yacht Rock und 70er Disco haben diese Kapellen zunächst einmal nicht so viel zu tun, aber offensichtlich hatten die beteiligen Musiker ziemlichen Bock auf einen Ausflug ins legendäre New Yorker Studio 54. Zumindest könnten die zehn Songs auf „Burn To Boogie“ dort problemlos ihre Runden auf dem Plattenteller gedreht haben. Das treibende „Lovetrain“ hätte mit seinem Mix aus Funk und Rock zweifellos auch vor rund einem halben Jahrhundert den Dancefloor gefüllt, während das laszive „Nitetime“ perlende Synthie-Klänge mit fetten Bässen vereint. Am Mikro greift hier übrigens VUG-Sänger Felix Scholl mit ein, wohingegen der ELDER-Frontmann Nick Di Salvio sein Können an den Tasten unter Beweis stellt. „Burn To Boogie“ heißt nicht nur die Platte, sondern auch der eröffnende Titeltrack, der die Richtung mit groovig-verspielten Funk vorgibt, bevor der „Lovetrain“ temporeich Fahrt ins Boogie-Land aufnimmt. Für einen ruhigeren Moment im Soul-Modus sorgt derweil „If You Want Me To Stay“, ehe das druckvolle „Flames of Your Heart“ erneut in hibbeligen Funk- Gefilden unterwegs ist, dabei jedoch nicht vergisst, auch ne Schippe Rock aufzulegen.

Dieses Konglomerat unterschiedlicher Stile sorgt dafür, dass „Burn To Boogie“ nicht nur ein Gruß an vergangene Seventies-Disco-Zeiten ist, sondern auch eine erstaunliche Modernität mitbringt. Die Leute hinter SILVERSHARK haben hier einen Sound geschaffen, der in seinem Abwechslungsreichtum absolut authentisch wirkt – 1972 genauso wie 2022.

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