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SILVERSUN PICKUPS - Swoon

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Artist SILVERSUN PICKUPS
Title Swoon
Homepage SILVERSUN PICKUPS
Label DANGERBIRD
Leserbewertung
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9.7/10 (3 Bewertungen)

Sie waren meine Offenbarung des Hurricane-Samstags: Die SILVERSUN PICKUPS aus Los Angeles! Vor Kurzem ist auch hierzulande die zweite Langrille der vier Amis erschienen, die in der Heimat mit „Swoon“ einen veritablen siebten Platz in den Charts erreichen konnten, nachdem ihr Erstling „Carnavas“ zwei Jahre zuvor zu einer der meistverkauften Indie-Platten aller Zeiten wurde. Live waren SSPU bei uns 2007 bereits mit den KAISER CHIEFS auf Tour und konnten im gleichen Jahr schon auf dem Highfield deutsche Festivalluft schnuppern. Ihr Track „Lazy Eyes“ wurde ein kleiner Indie-Hit, ansonsten kamen die SILVERSUN PICKUPS in good old Germany bisher nicht über den Status eines Geheimtipps hinaus.

„Swoon“ bringt jedoch alles mit, um diesen Umstand schnellstmöglich zu ändern, denn die zehn Songs überzeugen auch als Konserve auf ganzer Linie. Mein absoluter Favorit ist dabei das hypnotische „It’s Nice To Know You Work Alone“, das sich langsam, aber sehr nachhaltig ins Hirn frisst. Mit von der Partie sind großzügige Streicherarrangements und verzwickte Gitarrenriffs, die dem Sound eine unglaubliche Dichte geben, was in gleicher Weise für die übrigen Lieder gilt. SSPU verbinden gekonnt Elemente des Prog Rocks mit typischen Indie-Versatzstücken und einer Prise Shoegazing, weshalb in Kombination mit dem androgynen Gesang von Brian Aubert, Vergleiche mit den SMASHING PUMPKINS nicht von der Hand zu weisen sind. Egal, in welchem Tempo das Quartett unterwegs sind, stets zeichnet die Musik ein wunderbares Zusammenspiel der Instrumente aus, die dergestalt vertrackte Klanglandschaften erschaffen. Aubert selbst ist der Meinung, „Swoon“ klinge wie ein Nervenzusammenbruch, definitiv strahlen die Lieder jede Menge Emotionen aus, die vor allem zwischen Sehnsucht und Aggression angesiedelt sind. „Draining“ zählt dabei zu den langsamen, sehnsüchtigen Vertretern, während die massiven Bassläufe von „Sort of“ Ruhelosigkeit vermitteln. Neben Brians effektreichem Sechssaiter, ist es gerade der Bass von Nikki Monninger, die auch für die weiblichen Backing Vocals verantwortlich zeichnet, der für frischen Wind sorgt. Eine gelegentlich verspielte Note erzeugen die Synthie-Flächen von Joe Lester, der seinen Keys aber auch jede Menge Dramatik entlockt. Christopher Guanlo gibt derweil an den Drums den passenden Takt vor, der beispielsweise „The Royal We“ zum Angriff blasen lässt. Regenrecht aufgeräumt präsentieren sich hingegen „Substitution“ und „Catch And Release“, um nur ein paar Rosinen herauszupicken.

Ich könnte „Swoon“ in einer Endlosschleife hören und bedaure es sehr, dass die SILVERSUN PICKUPS über den Umweg Great Britain schon wieder auf den Weg zurück in die USA sind. Großartig!

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