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SIMEON SOUL CHARGER - A Trick Of Light

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Artist SIMEON SOUL CHARGER
Title A Trick Of Light
Homepage SIMEON SOUL CHARGER
Label GENTLE ART OF MUSIC
Leserbewertung
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6.5/10 (2 Bewertungen)

Die ursprünglich aus Ohio stammenden Wahl-Bayern SIMEON SOUL CHARGER haben für die Aufnahmen zu ihrem dritten Album „A Trick Of Light“ neue Wege beschritten, sich Publikum ins Studio eingeladen und alle Songs live eingespielt. So wollte man erreichen, die viel gerühmte Bühnenenergie der Band zu konservieren. Dieses Experiment, soviel lässt sich schon beim ersten Hören zweifelsfrei feststellen, ist definitiv geglückt. „A Trick Of Light“ klingt in jeder Sekunde absolut authentisch und vor allem – auch soundtechnisch – organisch lebendig. Gute Voraussetzungen also für eine Band, deren Klangspektrum sich irgendwo in den psychedelischen Spiralnebeln zwischen Seventies-Prog-Rock, Folk-Einflüssen und bluesigem Stoner Rock zentriert – und die aus höchst versierten Musikern besteht. Letzteres ist bei SIMEON SOUL CHARGER unbedingt der Fall, was angenehmerweise nicht dazu missbraucht wird, sich gegenseitig mit den eigenen Kompetenzen zu duellieren, sondern statt dessen ein, trotz der vielschichtigen Inspirationen, äußerst homogenes und tightes Album voller intelligenter Arrangements möglich gemacht hat. Sämtliche Songs sind als Kollektiv geschrieben worden, und das kann man tatsächlich hören. Hier gibt es keine Ego-Trips, sondern es steht jederzeit der Song an sich im Mittelpunkt.

Gleich der im besten Sinne an JETHRO TULL erinnernde Opener „The Prince Of Wands“ unterstreicht mit seiner Detail- und Melodieverliebtheit diese These. Ebenso wie die darauf folgende Single „Heavy“ lebt der Song vor allen Dingen von dem formidablen Zusammenspiel von Gitarre und Gesang und beinhaltet eines dieser seltenen Gitarrensoli, dass den Song auf ein neues Level hebt, anstatt ihn zu zersägen. So etwas funktioniert natürlich nur mit einer hervorragend eingespielten Rhythmussektion, die den Melodieführern – wozu auch gerne einmal das Klavier oder die Orgel gehören darf – sogar Verbeugungen vor den BEATLES wie in „Evening Drag“ erlaubt. Wer derart frei und unbefangen agieren kann, der wird unweigerlich vom Spaß an der Sache übermannt, und auch das hört man SIMEON SOUL CHARGER deutlich an, wenn zum Beispiel das ruhige „How Do You Peel“ eben doch noch in einer wilden Lead Guitar-Orgie endet, oder wenn die „Workers Hymn“ zwischen PINK FLOYD’s „One Of These Days“, THE CLASH und verspieltem, frühen Art Rock á la YES gewandt hin und her trippelt, ohne sich die Gräten zu brechen. Das alles, und noch viel mehr, ist gebraut nach dem bayerischen… ähem… Rauhheitsgebot, will sagen, hier wird ordentlich Staub aufgewirbelt und das heilige Riff kommt nicht zu kurz („The Illusionist“, „Jane“, oder der unfassbar mitreißende Blues „I Put A Spell On You“).

Und wer nach dem Genuss des abschließenden „Floating Castles“ glaubt, eine leise Ahnung zu bekommen, wie SYSTEM OF A DOWN anno 1975 geklungen hätten…, der sollte „A Trick Of Light“ vielleicht öfter hören. Alle anderen, die möglicherweise auch etwas mit HYPNOS 69 oder COOGANS BLUFF anfangen können, übrigens auch. Phantastisches Album.

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