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SIMON MCBRIDE - Crossing the line

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Artist SIMON MCBRIDE
Title Crossing the line
Label NUGENE RECORDS
Leserbewertung
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5.0/10 (1 Bewertungen)

Wenn ich folgende Worte in einem Satz unterbringe – „Blues“, „Rock“ und „Irland“ – nach was habe ich gesucht? Ich glaube, an der Stelle kämen wohl Namen wie GARY MOORE oder aber auch RORY GALLAGHER in den Sinn. Wer aber in die Fußstapfen jener Gitarrenhelden treten will, ist ein gewisser SIMON MCBRIDE. Ich muss leider sagen, dass die Kariere dieses Musikers etwas an mir vorüber gegangen ist, was ich durchaus schade finde. In seiner munteren Vita tummeln sich doch Dinge wie „Young Guitarist Of The Year“, Mitglied von SWEET SAVAGE, Nominierungen für den BRITISH BLUES AWARD oder aber auch Support für JEFF BECK oder gar JOE BONAMASSA und DEREK TRUCKS. Der 34-jährige hat schon ganz schön was erreicht. Und mit „Crossing the line“ liefert der Ire ein neues Solowerk ab.

Den Einstieg gibt mit „Lead us away“ ein stampfender Hard Rocker mit dezenten Blues-Einflüssen. Sehr gradlinig und rhythmisch mit einem guten, wenn auch kurzen Solo. Das folgende „Go down gambling“ ist auch direkt ein Cover der experimentierfreudigen BLOOD, SWEAT AND TEARS. MCBRIDE hält sich dabei sehr nah am Original auf. Lediglich mit dem wilden Solo im letzten Drittel des Stücks bricht er etwas aus. Insgesamt erreicht das Stück aber nicht die Klasse des Vobrilds. Was nun folgt, ist ein klassischer Blueser. „No room to breathe“ lebt von melancholischen Melodien, dem passenden Gesang und der tollen Gitarrenarbeit. Definitiv ein Highlight. Und gerade hiernach passt das nun folgende „Don’t be a fool“ überhaupt nicht ins Bild. Versteht mich nicht falsch. Das Stück mit seinen dezenten Jazzeinflüssen und der flotten Melodie ist definitiv gelungen, aber es wirkt deplaziert nach der vorherigen Nummer. Zum Glück macht „Starve this fever“ das im Anschluss wieder gut. Hier wird der Stil von „No room to breathe“ fortgeführt. Die Gitarren wimmern, der Künstler „leidet“ am Mikro und die Melodie bleibt im Ohr hängen. Blues vom feinsten. Was nun noch folgt, sind weitere, mal soulige, mal jazzige, mal bluesige Nummern, mit denen McBRIDE beweist, dass er seine Hausaufgaben gemacht hat. Die Kompositionen sind allesamt durchweg gut. Allerdings fallen sie meist erst wirklich auf, wenn der Gitarrist seine Soli spielt. Und das ist auch der einzige Kritikpunkt: Die Lieder machen Spaß, aber man hat das alles schon zig mal gehört. Man hört MOORE, GALLAGHER, diverse andere Bluesgrößen und selbst an der ein oder anderen Stelle LED ZEPPELIN heraus. Die Stücke lassen etwas Eigenständigkeit vermissen. Erst wenn MCBRIDE seine Soli spielt, merkt man, wo das Talent liegt. Denn genau dann werden die toll produzierten Tracks groß.

Meine Anmerkungen (ich möchte hier nicht das Wort „Kritik“ nutzen) tummeln sich alle auf hohem Niveau. MCBRIDE spielt mit seiner Musik wohl viele der aktuellen Musiker an die Wand. Dennoch hoffe ich für die Zukunft, dass der Künstler etwas mehr Eigenständigkeit an den Tag legt. Denn dann kann er aus den Schatten der oben erwähnten großen Iren heraustreten.

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