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SIN CITY SIX - Home of the Brave

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Artist SIN CITY SIX
Title Home of the Brave
Homepage SIN CITY SIX
Label LOCOMOTIVE MUSIC
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Die Wies’n tobt. Gerade haben die KUFSTEINER SINGDROSSELN das Zelt mit ihrem pumpenden Crossover aus Polka und Blasmusik aufgemischt und die Menge in eine strahlend-rote Glückseligkeit versetzt. Bevor gleich die GESCHWISTER ANNEMARIE UND JOSEPH MEINGASSNER zum finalen Fest der guten Laune laden werden, steigt noch eine andere Kapelle auf die Bühne, bestehend aus 5 ziemlich übel aussehenden Typen, die zu allem Überdruss auch noch so exotische Instrumente wie eine E-Gitarre und ein echtes Schlagzeug dabeihaben. Eine eisige Stille breitet sich an den Bänken und Tischen aus.

Zum Glück hat die Band aber noch ein Poster dabei, mit dem Covermotiv ihrer neusten Platte. Als es entrollt wird, geht ein erleichtertes Raunen durch den Saal: Tiger, Löwen, ein Dompteur: Ja, ein Zirkus ist was Feines! Einige probieren sich schon bei den ersten Stücken im Mitklatschen – gar nicht so einfach. Da müssen die da oben noch ein bisschen üben, bis die das so gut hinbekommen wie die eigenen, bayrischen Bands, doch was noch nicht ist, kann ja noch werden. Die Stimmung steigt, als ein sichtlich angetrunkener Universitätsprofessor, der sich mit einer Hand am Tisch und mit der anderen am Dirndl seiner studentischen Hilfskraft festhält, erklärt, worum es in „Long Legs“ eigentlich geht: Lange Beine! Und dass man „There she goes/seethrough clothes“ prima mit „Die Madam/hat kaum was an“ übersetzen kann. So langsam wird die Menge locker. Bei „Love loves no one“ grölen alle laut „no!“ mit und bei “Moonshine locomotive” gehen dann die ersten Polonaisen los. Doch der Moment der Wahrheit ist erst gekommen, als SIN CITY SIX die Akkorde von „One more to cry“ anstimmen: Jede einzelne Person springt auf den Tisch, schwingt die Arme von links nach rechts, schunkelt mit zu diesem urgemütlichen, echten Beat und packt seinen Nachbarn oder seine Nachbarin an den Schultern, singt und schreit, lacht und weint, alle vereint in einer einzigen, tränengeschwängerten Umarmung.

Nur ein kleiner Junge steht einsam und verlassen daneben. Er hat ein Blatt Papier mit den Worten „Rock n Roll“ beschrieben und daraus ein kleines Boot gefaltet. Schwankend treibt es nun dahin, zwischen den Resten von Würsten und Brezeln, entlang an Kotze und Kot, hinausgespült in die dunkle Nacht auf einem Fluss aus Pisse.

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