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SINAN MERCENK - Electronique E.P.

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Artist SINAN MERCENK
Title Electronique E.P.
Homepage SINAN MERCENK
Label IDEE DELUXE RECORDS
Leserbewertung
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10.0/10 (4 Bewertungen)

Es ist mal wieder soweit, ich höre mir Musik an und lese voller Verwunderung den Lebenslauf eines Künstlers, der ungeahnt viele Remixarbeiten vorweisen kann, die mir allerdings nicht unbedingt zusagen. SINAN MERCENK, der bereits 2006 sein Debüt-Werk „Moments On Earth“ vorlegte, welches es bis in die Redaktionscharts der deutschen „Elle“ schaffte.

Nun gut, jetzt also die „Electronique E.P.“ mit 4 Tracks auf über 20 Minuten Laufzeit. Nach dem Opener „Amarte Every Day“ steigt zum Glück die Qualität, denn dieser ist leider ein träges, schlecht produziertes Ambient/ Lounge Stück, das keine Raffinessen bietet. Hand aufs Herz, ich war nie ein Freund dieser Gattung, denn ich brauche immer irgendwie einen gewissen künstlerischen Akzent und nicht ein trostloses Dahinplätschern, das einen einlullt und nicht fordert (NuAge & Easy Listening lassen grüßen). Bei einem solchen Beginn keimt in mir gleich ein gewisses Unbehagen auf, mein Interesse wird lediglich durch die schlechte Umsetzung geweckt. Bei „Controlpitch“ wird die Sache dann allerdings viel interessanter, denn man bekommt den aufkeimenden Discostyle (LADY GAGA/ PEACHES/ DAVID CARRETTA) zu spüren, jedoch mit mehr Minimal-Einflüssen als bei den Genannten. Der Song besitzt einen guten Groove (schon fast funky) und bietet kleine versteckte Spielereien, die einen gediegen wippen lassen. Bei „Get Up!“ ist wieder Standard-Chill-Out angesagt, am besten man lehnt sich zurück und genießt seinen Cocktail, bis… plötzlich ein analoger Bass dem ganzen etwas „Schmutz“ verpasst. Die Kombination mit Chill-Out-Mucke ist mir dann doch neu, erinnert aber stark an die ersten Techno-Gehversuche Anfang der 90er, und damit bin ich natürlich absolut in meinem Element. Die aufgebauten Stimmungen mit den Bassverformungen sind tatsächlich excellent, in den 6 Minuten wird man immer wieder leicht von den Änderungen mitgerissen und landet am Ende voller Überraschung schon beim ausklingenden Beat. Der letzte Song „Nice Breaks“ ist natürlich auch einfach gestrickt, jedoch hat er leider keinen Elan mehr und tingelt ein wenig lustlos von einem Part zum anderen.

Somit ist diese EP recht durchwachsen, dank „Controlpitch“ und „Get Up!“ empfinde ich sie aber als lohnenswert, bei den anderen beiden Songs kann man problemlos auf Durchzug schalten. Nichts Exquisites, aber es tut auch keinem weh.

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