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SINÉAD O'CONNOR - I’m Not Bossy, I’m The Boss

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Artist SINÉAD O'CONNOR
Title I’m Not Bossy, I’m The Boss
Label NETTWERK
Leserbewertung
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8.3/10 (3 Bewertungen)

SINÉAD O’CONNOR – eine kleine Frau mit einer ganz großen Stimme. Leider fiel sie in letzter Zeit eher durch Skandale und obskure Aussagen auf, als durch Musik. Auch wenn es den Eindruck erweckt, sie wäre musikalisch in den letzten Jahren nicht aktiv gewesen, so war dies jedoch nicht der Fall. Es kamen immer wieder in regelmäßigen Abständen Alben der Irin auf den Markt, bloß kaufen wollte sie keiner mehr. Erst mit ihrem 2012 erschienen „How About I Be Me (And You Be You)?“ horchte man wieder auf. Sie war wieder voll bei Stimme und auch die Qualität der Songs auf früherem Niveau.

So ließ sie dann auch nicht viel Zeit verstreichen und bringt mit „I’m Not Bossy, I’m The Boss“ gleich zwei Jahre später eine neue Platte raus. Sie kehrt damit zurück zu ihren Wurzeln, der Folk- und Rockmusik, wie das auch schon beim Vorgänger der Fall war. Auf dem Opener „How About I Be Me and You Be You“ beweist die Dame, dass ihre Stimme nach wie vor wie keine Zweite gefühlvoll zwischen Wut, Verzweiflung und Verletzlichkeit hin- und herpendeln kann – genau das, was ihr Debüt, das sie im Alter von 21 Jahren veröffentlichte, so besonders macht. Zwar fehlt ein Nackenkribbler à la „Fire On Babylon“, „Troy“ oder „Nothing Compares 2 U“ aber die Wiederkehr zur alten Stärke ist eindeutig positiv hörbar. Wie durch ein Wunder schafft es SINÉAD O’CONNOR für „I’m Not Bossy, I’m The Boss“, sich und ihre Welt für einen kurzen Moment zu ordnen, in Einklang zu bringen und ein mitunter hinreißendes Pop-Album aufzunehmen. Dabei wechseln sich ruhige, eindringliche Songs wie „The Vishnu Room“ in schöner Regelmäßigkeit mit gitarrenlastigeren Stücken wie „Kisses Like Mine“ ab, bis sich dieser überraschend unanstößige Longplayer im ätherischen „Streetcars“ sanft zur Ruhe legt.

Man mag von SINÉAD O’CONNOR halten, was man möchte, aber abstreiten, dass die Irin ein Original mit immer noch großem Talent ist, wird wohl kaum einer können. Man muss SINÉAD O’CONNOR nehmen, wie sie ist. Es gibt keinen Unterschied und keine Grenze zwischen ihr als Musikerin und als Privatperson, und wie in unser aller Leben gibt es auch in ihrem Dasein Phasen der Inkonsequenz und der Widersprüchlichkeit.

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