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SININE - Butterflies

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Artist SININE
Title Butterflies
Homepage SININE
Label ACCESSION RECORDS
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
8.3/10 (8 Bewertungen)

Es gibt sie noch: Die positiven Überraschungen im Dickicht aus musikalischer Gleichschaltung und Oberflächlichkeit. Abseits von den immer wieder gleichen schwarzen „Szenestars“ in Orkus/ Sonic Seducer/ Zillo. In diesem speziellen Fall handelt es sich um ein Ein-Mann-Projekt aus dem so geheimnisvollen wie widersprüchlichen Tallinn, der Hauptstadt von Estland. Von dort beglückten uns bereits so qualitativ unterschiedliche Bands wie FORGOTTEN SUNRISE (schräg und gut) oder SUICIDAL ROMANCE (billige Kopie von eben bereits angesprochenen Szeneikonen). SININE ist das estonische Wort für „blau“, wo mir doch gleich ein Song von THE MISSION in den Sinn kommt. 2003 begründet von einem Herren namens Mauno Meesit, der sich auch bereits in diversen Rockbands als Gitarrist versucht hat. Aktuell wird er beispielsweise noch im Line Up von ARCHMAGES geführt. Hier aber kombiniert er akustische wie elektronische Elemente und kredenzt einen Stilmix, der schwer zu beschreiben ist, doch dafür unbeschreiblich gut ins Ohr fliesst.

Versuch einer Analyse. Nach einem angenehmen Intro präsentiert sich „Our Green“ als sphärischer Pop mit Wave- und Folkelementen. Maunos Stimme klingt samtig weich und schraubt sich bisweilen in Kopfstimmen-Regionen, ersetze „bisweilen“ mit „meist in den Refrains“. Einziger kleiner Kritikpunkt an diesem Track, der mit einem Ethno-Part beendet wird: Das elektronische Grundgerüst hoppelt etwas nervös in des Rezensenten Ohr, was zu einer gewissen Unruhe führt. Dafür folgt mit „The End“ bereits das absolute Highlight des „Blauen“. Der Kontrast aus Kopfstimme und Death Growls ist ganz großes Kino, ebenso die eingestreuten Symphonic Metal Parts. Erinnert von der Stimmung her an Göttercombos wie ANATHEMA. Auf dem selben hohen Level befindet sich „Empty me of Emptiness“, das mit Abstand synthetischste Stück des Albums. Electro Wave in Perfektion mit einem weiteren Geniestreich von Refrain. Der Rest der Tracklist pendelt sich zwischen diesen Polen ein und unterschreitet nie ein gewisses Qualitätslevel.

Emotionale Musik at its best. Zum Träumen, Mitsingen, Fühlen. Wie eine Gothic-Variante von COLDPLAY und doch viel mehr. Pop, Rock, Metal, Electro und Avantgarde verschmelzen mit einer einzigartigen Stimme zu einem besonderen Klangerlebnis. Und das hoffentlich auch bald live, ein Bühnen Line Up existiert ja. Danke Accession für diesen ausgezeichneten Newcomer.

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