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SININE - Dreams Come True

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Artist SININE
Title Dreams Come True
Homepage SININE
Label ACCESSION RECORDS
Leserbewertung
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6.2/10 (6 Bewertungen)

Im weitesten Sinne könnte man von Synthipop sprechen, wenn man dem gelungenen Stilmix von SININE denn unbedingt ein Etikett aufkleben wollte. Zumindest spielen Synthesizer bei der Klanggestaltung des Projekts um den estnischen Sänger Mauno Meesit die größte Rolle. Aber das Label ist trügerisch: Meesit setzt sich leichthändig über Genregrenzen hinweg und kombiniert sein elektronisches Gerüst mit Folkelementen, Ambient und Rock, mit Klassik oder TripHop. „Dreams Come True“ ist Album Nummer zwei nach der 2009 erschienenen CD „Butterflies“, und der Dreh- und Angelpunkt ist dabei immer noch derselbe: Emotion in all ihren Schattierungen, bevorzugt aber von der melancholischen, düsteren Art.

Und so sind es mal harte Beats, mal grelle Synthi-Elemente und mal auch nur ein ganz ruhiges, klassisches Klavier, das für die perfekte Kulisse sorgt, vor der Meesit seine Gefühle ausbreitet. Auf diesem Album erhält er dabei Unterstützung von den Sängerinnen Liina Rätsep, Ann-Mari Thim, Anneliis Kits und Sandra Nurmsalo, die unter anderem schon für Estland beim Eurovision Song Contest antrat. Meesit selbst liegt stimmlich irgendwo zwischen Dave Gahan, von dem er sich das Kunststück abgeguckt hat, gleichzeitig cool und verletzlich zu klingen, und Morten Harket, an den er vor allem bei den gefühlsgeladenen Falsett-Überschlägen erinnert.

Dass es bei SININE trotz der durchaus poptauglichen Stimmen nicht zu gefällig wird, dafür sorgt die zum einen die Schwermut, die „Dreams Come True“ trotz des optimistischen Titels prägt, und zum anderen der spannungsgeladene Wechsel zwischen düsteren, durchaus tanzbaren Rhythmen und teilweise beinahe zerbrechlich anmutenden Augenblicken, in denen SININE nur auf Klavier und Stimme setzen. Oder auch die Tiefe, die beim packenden, atmosphärischen Opener „February“ schon fast an DEAD CAN DANCE denken lässt, bevor dann bei „I’m Dreaming“ harfenähnliche Töne und Streicher auf ein straffes Computerschlagzeug treffen. „Vaata“, einer der beiden in Estnisch gesungenen Songs auf dem Album, fällt vor allem durch das sperrige Synthesizer-Arrangement auf, das Rätseps kraftvollen Gesang mit seinem ganz eigenen Störfeuer konterkariert.

So unterschiedlich die Songs auf „Dreams Come True“ ausfallen, sie verbinden sich doch äußerst geschickt zu einer stimmigen Atmosphäre. Wehmütige Energie oder energiegeladene Wehmut – SININE haben auf alle Fälle das Versprechen eingelöst, das sie mit dem Debüt gegeben haben, und ein anspruchsvolles Album mit viel Tiefgang abgeliefert, das mit der Gesamtwirkung ebenso besticht wie mit den vielen kleinen Sounddetails, die sie in den Songs versteckt haben.

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