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[:SITD:] - Stronghold

VN:F [1.9.22_1171]
Artist [:SITD:]
Title Stronghold
Homepage [:SITD:]
Label ACCESSION RECORDS
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
9.0/10 (2 Bewertungen)

Lange mussten die germanischen Elektronikjünger auf das erste vollständige Album von [:SITD:] warten. „Snuff Machinery“ enterte letztes Jahr die dunklen Tanzflächen der Republik im Sturm, noch bevor es das Lied irgendwo regulär zu kaufen gab. Ein Brecher vor dem Herrn mit stampfenden Beats und eingängigem Refrain, völlig zurecht heute schon ein Klassiker. Auf der ersten Veröffentlichung, der sogenannten „Snuff E.P.“ gab es das Stück dann in mehreren Ausführungen mit ein paar fast ebenso gelungenen Bonustracks zu hören. In diesem Jahr dann schob das seit 1996 agierende Ruhrgebietsduo Jacek/ Lesczenski die MCD „Laughingstock“ nach, wobei sich der Titelsong mit dem Amoklauf in Erfurt beschäftigte. Aber erst jetzt muss man sich wirklich beweisen, 10 Songs mit einer Gesamtspielzeit von genau 55 Minuten stehen auf dem Prüfstand.

Die angesprochenen Klassiker „Snuff Machinery“, „Laughingstock“ und auch „Hurt“ (ebenfalls von der Snuff E.P.) wurden mit auf die Scheibe gepackt, allerdings in leicht abgeänderten Versionen, um wohl dem Vorwurf der Eigenplünderung zu entgehen. So klingt „SM“ nun ein wenig softer, mit eingeschobenen Future-poppigen Passagen im Mittelteil, dennoch geht der Drive des Liedes, welches auf dem Schumacher/ Cage-Streifen „8MM“ basiert, nicht verloren. Aber der Reihe nach: Das Intro „Epitome“ eröffnet bedächtig und bedeutungsschwanger den elektrischen Reigen. Mit verzerrter Stimme wird das Motto der kompletten Scheibe zelebriert: „All hell broke loose“! Nach dem bekannten „Laughingstock“ greift man bei „Lebensborn“ wieder auf ein brisantes historisches Thema zurück. Himmlers experimentelles Lieblingsprojekt sollte den perfekten arischen Menschen züchten, dazu wurden überall im Reich sogenannte Lebensborn-Häuser errichtet, in denen reinrassige deutsche Frauen dem Prototyp des Ariers Leben schenkten. Die Taufe erfolgte z.B. durch feierliche Dolchauflegung unter der Hakenkreuzfahne! [:SITD:] gehen das Thema plakativ aber kritisch an, wie man es nicht anders erwarten konnte. Musikalisch ein Stück, welches eher in die Future Pop-Ecke tendiert und von einer einfachen, sich immer wiederholenden Synthmelodie lebt. „Locked in…“ fällt danach eher belanglos aus (der einzige schwache Track), woraufhin „2nd Death“ dann mit ungewöhnlichen Tönen für Begeisterung sorgt. Fast tranceartige Klänge, die einfach nur „da“ sind, ohne auf einen starken Refrain hinauszulaufen, laden zum Tanzen nur so ein! „Rose-Coloured Skies“ tendiert danach ein wenig in die solide FUNKER VOGT-Ecke, bevor das bekannte dynamische Duo erklingt. Nr.9, „Venom“, sticht in sofern hervor, weil man hier mit cleanen melodischen Vocals arbeitet, die noch ein klein wenig Verbesserungspotenzial in sich tragen (erinnert übrigens stark an ICON OF COIL das Stück). Dass das Englisch über die gesamte Spielzeit sehr deutsch klingt, überrascht wohl niemanden und fügt sich eher als positives Stilmittel ein als zu nerven. Das abschließende Titelstück beendet dann mit ruhigeren Klängen die Tour de Force.

Erste verdiente Erfolge hat „Stronghold“ bereits eingefahren. Nach kurzer Zeit erklomm man den Gipfel der deutschen Alternative Charts. Jetzt gilt es sich auch live zu beweisen und man hat schon in Kürze auf dem Maschinesturmfestival in Hanau Gelegenheit dazu, wenn man sich mit den „Giganten“ FEINDFLUG und DAS ICH misst. Dort wird dann Francesco D`Angelo – bekannt vom Dark Dimensions Label/ Mailorder – assistieren, um den Sound auf die Bühne zu bringen. Das Warten hat sich gelohnt, gerade durch die Vielseitigkeit zwischen FUTURE POP, EBM und härterem ELEKTRO spricht man eine große Klientel an, die es den Deutschen mit Sicherheit danken wird. Und jetzt wünsche ich mir für die Zukunft noch einen weiteren Übersong in der „Snuff Machinery“-Tradition!

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