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SIVERT HØYEM - Endless Love

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Artist SIVERT HØYEM
Title Endless Love
Homepage SIVERT HØYEM
Label HEKTOR GRAMMOFON
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Am 12.07.2007 wurde Robert Buras tot in seiner Wohnung aufgefunden. Er war Gitarrist und Gründungsmitglied der norwegischen Indie-Kapelle MADRUGADA, die daraufhin zwar noch ihr selbstbetiteltes fünftes Album veröffentlichte, an dem zum Zeitpunkt von Roberts Tod bereits eifrig gearbeitet wurde, dann jedoch bis auf weiteres in der Versenkung verschwand. Sänger bei MADRUGADA war von Anfang an SIVERT HØYEM, der seinerzeit bereits zwei Solo-Platten veröffentlicht hatte, denen 2009 „Moon Landing“ folgte. Jetzt präsentiert uns der charismatische 38-jährige sein jüngstes Werk „Endless Love“, das wieder mit einem Tod in Siverts musikalischen Umfeld verbunden ist. Sein Manager Per Eirik Johansen verstarb, während die letzten Arbeiten am Album liefen, weshalb ihm auch dieser Silberling gewidmet ist.

Die Stimmung auf „Endless Love“ passt durchaus zum stillen Gedenken an einen Menschen, der einem viel bedeutet hat und auf dessen Anwesenheit man plötzlich verzichten muss. Angefangen beim eindringlichen Titeltrack „Endless Love“, der von schwermütigen Melodien und Høyems markiger Stimme bestimmt wird, über die spannungsgeladene „Enigma Machine“ und das getragen-kraftvolle „Handsome Saviour“, bei dem nicht nur Christer Knutsens Wurlitzer für wohlige Schauer sorgt, bis zur reduzierten Piano-Nummer „Inner Vision“, die im Übrigen auch als Single ausgekoppelt wurde. Der Sound erinnert nicht nur beim akustischen „Free As A Bird/Chained To The Sky“ an die sehnsüchtige Intensität von MADRUGADA, was natürlich nicht unwesentlich am Gesang liegt. „Little Angel“ gefällt mit reduzierter Instrumentierung, die erneut mit viel Gefühl einhergeht, ohne jemals kitschig zu wirken. Derweil macht „Wat Tyler“ knackig Tempo, bevor der Ausflug in den „Görlitzer Park“ in Slow Motion vonstatten geht. Wer SIVERT HØYEM kennt, weiß jedoch, dass deshalb nicht am Druck gespart wird und so geht auch diese Nummer ebenso wie das folgende „At Our Evenfing Table“ unter die Haut. Mit „Ride On Sister“ endet die Langrille nicht minder bewegend wie sie begonnen hat. Im Mittelpunkt finden sich erneut Siverts Vocals, die vermutlich noch sie so gut rüberkamen wie auf „Endless Love“ und die Gesellschaft von differenzierten musikalischen Landschaften suchen, die immer ein bisschen rau, aber auch unbeschreiblich schön sind.

Die Norweger haben sofort gemerkt, was für eine Perle SIVERT HØYEM da mit „Endless Love“ in die Plattenläden gebracht hat und den Longplayer aus dem Stand an die Chartspitze gehievt. Dafür wird es hierzulande wohl nicht reichen, dabei wurde die Full Length sogar in den Berliner Hansa Studios abgemischt, aber leider fehlt dem Ausnahmekünstler bei uns die nötige Bekanntheit, die er zweifellos verdient hätte und den Deutschen womöglich das Melancholie-Gen, das bei den Skandinaviern einfach fest in der DNA verankert ist. Wer die Platten von MADRUGADA nicht missen möchte, wird auch hier tiefe Empathie empfinden. Ein dringender Kauftipp!

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