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SIXXXTEN - Jugend Violencia

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Artist SIXXXTEN
Title Jugend Violencia
Homepage SIXXXTEN
Label BITZCORE/ FDI
Leserbewertung
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7.8/10 (24 Bewertungen)

SIXXXTEN, eine junge frische Band aus Hamburg, legt mit ihrem Debüt „Jugend Violencia“ eine Scheibe auf den Tisch die möglicherweise für einen größeren Aha-Effekt in der Musikwelt sorgen wird! Eine Band, die schmeckt wie Dosenbier saufen an der Tankstelle, riecht wie kalter Schweiß auf blutigen Nasen und sich anfühlt wie in die Haut geritzte Hard Rock Logos.

Schon der Opener „On Top“ bricht sofort nach vorne los und macht keine Gefangenen. Schnell wird eine gewisse Vorahnung zur Gewissheit: Die Einflüsse des Vierers liegen ganz klar im Punk, allerdings wird der Sound durch den „Grand Rock“ der 70er und die perverse Liebe zum 80er Jahre Synthi-Bombast Sound zu einem kulturellen Bastard, der schwer zu zügeln ist! In erster Linie spielen SIXXXTEN harte, dreckige Gitarrenmusik, die direkt nach vorne geht und eine beeindruckende Geradlinigkeit an den Tag legt. Auch interessant der Mix aus englischer und deutscher Sprache, wobei das Deutsche klar überwiegt. „Dead man walking“ bricht direkt nach vorne und sorgt im heimischen CD Spieler dafür, dass echte Partylaune aufkommt. „In Love With A Kop”, dürfte wohl auch live der „Mitreißsong“ werden: „Gib ihm Liebe, gib ihm Drogen, gib ihm Sex und gib ihm Rock“ sind klare Ansagen. In „Kein Fick“ wird der Bombast, der sich durch das ganze Album zieht, besonders deutlich. Kein Aufwand wurde gespart. So konnte z.B. Marc Schettler, der sonst u.a. für FARIN URLAUB, SPORTFREUNDE STILLER und sogar SLAYER an den Reglern sitzt, als Toningenieur des Erstling gewonnen werden. Und das passt wie die Faust aufs Auge. Ein atemberaubends Mastering liefern die Jungs somit ab, für ein Erstlingswerk sehr sehr reif, was die Qualität der Produktion betrifft.

Für mich die Endeckung dies Jahres! Anspieltipps sind definitiv der Opener „On Top“, „In Love With A Kop”, das irgendwie an MARILYN MANSON erinnernde “Sweet 16” und der ruhigere Track “Dr. Seltsam“. Bleibt abzuwarten, ob die Band auch live überzeugen kann – ich jedenfalls bin gespannt!
Thomas Nattermann

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Das kommt also dabei heraus, wenn zwischen Fließbandarbeit bei einem bekannten Auto- und Bombenhersteller in Bremen und schlechten Technoclubs Zeit bleibt und zufällig noch ein 4-Spur-Recorder und ein billiger Schrottcomputer in irgendwelchen Kinderzimmern herumstehen. Gute zwei Jahre ist die Gründung von SIXXXTEN jetzt her und wenn die Band behauptet, eine alte FALCO-Platte rückwärts gespielt, höre sich an, wie SIXXXTEN vorwärts, so liegt das Hauptaugenmerk des Vierers doch ganz eindeutig im Punk, auch wenn eine gewisse Liebe zum Grand Rock der Siebziger, Eighties-Synthie-Bombast-Sounds und Oldschool Rap nicht zu überhören ist.

Mein erster Gedanke war allerdings, dass die Jungs was von EL*KE haben, als ich den Opener „On Top“ zum ersten Mal gehört habe. Hier wird ziemlich straight nach vorn gerockt, was auch für „Dead Man Walking“ gilt, bei dem SIXXXTEN ihre Begeisterung für jaulende Gitarrenriffs zum Ausdruck bringen. Zum Punk kommen bei „Hi-Skool of Hamburg“ und „In Love With A Kop“ eine große Portion Glam Rock, der bei „Sweet 16“ von einem gewissen Achtziger-Feeling abgelöst werden. Eine sehr groovige Nummer, wobei der Bandname SIXXXTEN übrigens nichts mit dem englischen Teenager-Alter zu tun hat, sondern an einen schwedischen Jungennamen angelehnt ist. Bestens geeignet zum Mitgrölen ist das balladeske „Dr. Seltsam“, bevor zu „High Society“ wieder gerockt werden darf. Musikalisch ist bei „Hey Kitz!“ irgendwie alles auf einmal vertreten, was den Song etwas unentschlossen macht, dafür steht bei „Kein F.I.C.K“ ganz eindeutig schneller Punk im Fokus. „Gestern bedeutet gar nichts“ zeigt, dass Glam und Punk durchaus zusammen passen, während „New Kids On The Rox“ noch mal richtig Gas gibt.

SIXXXTEN rotzen ihre Mucke frisch, unverbraucht und mit jeder Menge Spielfreude raus, da kann „Jugend Violencia“ nichts anders als einfach nur Spaß zu machen.
ump

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