Band Filter

SIZARR - Nurture

VN:F [1.9.22_1171]
Artist SIZARR
Title Nurture
Homepage SIZARR
Label FOUR MUSIC
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
8.3/10 (3 Bewertungen)

Marc Übel und Philipp Hülsenbeck standen zum ersten Mal 2005 beim Familien-Weinfest in der heimischen Pfalz gemeinsam auf der Bühne. 2009 gesellte sich zu den beiden Fabian Altstötter und SIZARR war geboren. Mit ihrem Langspiel-Debüt „Psycho Boy Happy“ schafften sie es in die Charts, sie spielten beim Melt, auf dem SXSW in Texas, waren international Support für Bands wie VAMPIRE WEEKEND, ANIMAL COLLECTIVE und die EDITORS und volljährig wurden die Jungs in dieser Zeit auch noch.

Glücklicherweise ist all das den Jungs nicht zu Kopf gestiegen und so haben sie einfach mal weiter Songs geschrieben und ein weiteres Album aufgenommen, das auf den Namen „Nurture“ hört und zehn neue Lieder des Trios präsentiert. Zwischenzeitlich waren die Bandmitglieder in verschiedene Städte gezogen, was zur Folge hatte, dass die „Nurture“-Songs in Heidelberg, Berlin, Hamburg und Leipzig entstanden und überwiegend in Erfurt aufgenommen wurden. Geschadet haben diese Mühen der  vielseitigen Platte nicht, schon der Opener „Clam“ empfängt den Hörer mit spielerischer Leichtigkeit und einer Hommage an den Synthie-Pop der Achtziger. Das darauffolgende melancholische „I May Have Lied To You“ erinnert an CHRIS ISAAC und THE SMITHS.  Mit flirrenden Rhythmen und einigen deutschsprachigen Satzfragmenten schließt sich „Baggage Man“ an, bevor „Timesick“ very british übernimmt. Von schnarchiger Provinzialität sind SIZARR sowieso weit entfernt. Das unterstreicht auch die Single „Scooter Accident“ mit morbider Elektronik und RADIOHEAD-artigen Synthie-Flächen, die schließlich in einer schwelgerischen Pop-Explosion münden. Derweil beschränkt sich „Untitled“ auf reduzierte Pianoklänge und klagenden Gesang, womit Fabian abermals die enorme Wandlungsfähigkeit seiner Stimme unter Beweis stellt. Mit „Slightly“ und „Slender Gender“ gibt’s verträumten Pop auf die Ohren und „You And I“ schickt leicht unterkühlte Melodien ins Rennen, die abermals an Kapellen vom britischen Eiland denken lassen. Bleibt noch „How Much For This?“, mit dem sich der flotte Dreier hochdramatisch verabschiedet.

Erwachsen zu werden und ein zweites Album zu machen, ist auch getrennt von einander nicht unbedingt einfach. Beides ist den Jungs von SIZARR  zumindest dem Hören nach jedoch gelungen. „Nurture“ geht ins Ohr und zeigt auch nach mehrmaligem Hören noch keine Abnutzungserscheinungen.

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Mehr zu SIZARR