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SKID ROW - Rise of the Damnation Army – United World Rebellion: Chapter Two

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Artist SKID ROW
Title Rise of the Damnation Army – United World Rebellion: Chapter Two
Homepage SKID ROW
Label RYKODISC/ WARNER
Leserbewertung
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7.0/10 (1 Bewertungen)

Kaum eine Laufbahn ist so umstritten wie die der US-Rocker SKID ROW. Waren sie Ende der 80er, Anfang der 90er als rebellische Jungspunde mit Preisen und Anerkennung überhäuft worden, gab es bald „kreative Differenzen“, Sänger Sebastian Bach stieg aus und somit ging ihre Karriere nach nur 2 erfolgreichen Alben wortwörtlich den selbigen runter. Nach Jahren „moderner“ Fehltritte (aus Sicht der Fans, die kein Grunge und Punk wollten), kam der Band dann eine grandiose Idee: Lasst uns so gut es geht zu den Wurzeln zurückkehren und die Fans mit einem cleveren Verkaufstrick locken! Die Idee war nämlich, mit jeweils einem Jahr Pause dazwischen, 3 EPs zu veröffentlichen, die Chapter 1 bis 3 heißen sollten und die man in einer kunstvollen Sammelbox aufbewahren konnte. Wer Chapter 1 mit der Box gekauft hat, will dann natürlich seine Reihe vervollständigen. Der gesamte Titel der CD ist so lang, dass ich im Folgenden nur „Chapter 2“ schreiben werde. Man möge es mir bitte verzeihen.

Im Internet und auf Konzerten können noch so viele Streithähne sich Argumente an den Kopf schmeißen, ob Bachs Ausstieg die Band nun ruiniert hat oder nicht – Gründer Snake und Rachel geben sich alle Mühe, ohne ihn auszukommen. Ihr neuer Sänger Johnny Solinger mag nicht die glamouröse Ausstrahlung seines Vorgängers haben, dafür ist er viel mehr Teamplayer als Bach. Seine Südstaatenwurzeln machen ihn zu einem ruppig-sympathischen Zeitgenossen, der es weiß, mit seiner Stimme Stimmung zu erzeugen.

Chapter 2 legt mit „We Are The Damned“ los, was schon im Titel 100% SKID ROW-Moral ausdrückt. Zugegeben, „Get Up“ hätten die Jungs so vor 25 Jahren nicht eingespielt, aber die Mehrheit der Musik ist eindeutig „back to the roots“. Die Gitarrensolos sind eher besser geworden, eindeutig ein Glanzpunkt der Platte. Eigentlich sind es ja nur 5 Originale auf Chapter 2. Die letzten beiden Tracks sind Cover-Versionen von AEROSMITH und – man möge es glauben oder nicht – QUEEN. Pokern SKID ROW da nicht zu hoch? Ja. Und Nein. Nach „Give It The Gun“, das zwar gut gemacht, aber sehr 08/15 ist, der Zupfe- und Glissando-Power-Ballade „Catch Your Fall“ und dem krachenden, bassstarken „Zero Day“ bringen die beiden Bearbeitungen das gesamte Talent der Band zutage. Das sind keine reinen Cover-Versionen, das sind Neuinterpretationen. „Sheer Heart Attack“ schwächelt zwar leicht im Refrain, haut in den Strophen und bei den pointierten „in-ar-in-ar-in-ar-ticulate“-Gesängen mächtig auf den Sleazeputz, während bei „Rats In The Cellar“ die Zeilen-Endwörter „blues“, „rules“, „slam“ und „can“ wohliges Schütteln auslösen.

Fazit: Liebe SKID ROW-Fans, lasst die armen Jungs so musizieren, wie sie wollen. Bach ist ja nicht verloren gegangen, er performt weiter. Wie so oft stecken hier hinter ganz anderen Teilen der Band die kreativen Köpfe, und die haben sich wirklich alle Mühe gegeben, Trends zu ignorieren und mit der „United World Rebellion“-Trilogie die alte Atmosphäre aufleben zu lassen. Das finde ich persönlich gut.

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