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SKID ROW - The Gang’s All Here

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Artist SKID ROW
Title The Gang’s All Here
Homepage SKID ROW
Label EAR MUSIC
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Die Hard-Rock-Kapelle SKID ROW aus New Jersey wurden 1987 von Rachel Bolan (Bass) und Snake Sabo (Gitarre) gegründet. Letzterer wuchs in der Nachbarschaft von Jon Bon Jovi auf und spielte mit ihm in diversen Bands, bevor dieser 1984 BON JOVI ins Leben rief. Mr. Bon Jovi nahm die Kapelle auch unter seine Fittiche und verdiente gemeinsam mit seinem Bandkollegen Richie Sambora wohl auch ganz ordentlich an SKID ROW, weil eine Weile alle Veröffentlichungstantiemen an die beiden BON-JOVI-Aushängeschilder gingen. Gleichwohl waren SKID ROW 1989 noch vor der Veröffentlichung ihres selbstbetitelten Langspiel-Debüts mit BON JOVI auf Tour. Die Platte sollte mit mehr als 5,7 Millionen Tonträgern die bis dato erfolgreichste der Combo werden, die sich 1996 im Streit trennte, 1999 jedoch in neuer Besetzung zurückkehrte. Nicht mehr mit von der Partie war der Sänger Sebastian Bach, der Sound wurde zunehmend punkiger und die beiden folgenden Longplayer „Thickskin“ (2003) und „Revolutions per Minute“ (2006) fanden nur wenig Anklang. Jetzt melden sich Snake, Rachel, der langjährige Gitarrist Scotti Hill und Rob Hammersmith (Drummer seit 2010) gemeinsam mit ihrem neuen schwedischen Sänger Erik Grönwall (ex-H.E.A.T) und ihrem sechsten Studio-Output „The Gang’s All Here“ zurück.

Nachdem mich BON JOVIs „Runaway“ 1984 geradezu geflasht hatte, kam ich Ende der Achtziger natürlich um die Hairspray-Metaller von SKID ROW ebenfalls nicht herum. „18 And Life“ oder auch „Youth Gone Wild“ waren überall präsent, ebenso wie die jungen Kerle von SKID ROW, die in zerrissenen Jeans und Lederjacken ihre langen Haare in Wellen legten und dezent Kajal und Lip-Gloss auflegten. Das gehörte damals einfach dazu und ich erinnere mich an schlimme Beispiele in meinem Umfeld, wie junge Frauen Heimdauerwellen in die männlichen Langhaarmähnen ihrer Boyfriends zimmerten  und die armen Kerle für Wochen und Monate furchtbar entstellt waren. Entsprechend war mein erster Gedanke, ob die Herrschaften denn wohl in Würde gealtert sein mögen. Glücklicherweise sind die Locken zwischenzeitlich rausgewachsen, teilweise die Haare auch deutlich kürzer und dekorative Kosmetik scheint auch kein großes Thema zu sein. Dafür sind die Jungs musikalisch wieder stärker zu ihren Wurzeln zurückgekehrt. Wie gut sich zudem der vergleichsweise junge Erik in die Band einfügt, beweist bereits der Opener „Hell Or High Water“, der nicht nur ordentlich Gas gibt, sondern neben knackigen Gitarren auch ruhige Momente mitbringt. In bester Eighties-Hard-Rock-Manier schließt sich auch der krachende Titeltrack „The Gang’s All Here“ an und den Songtitel „Not Dead Yet“ bestätigen SKID ROW mit punkiger Attitüde auch sogleich auf ganzer Linie. Schwere Geschütze fahren derweil „Time Bomb“ und „Nowhere Fast“ auf, während „Resurrected“ zum Mitgrölen einlädt und das abwechslungsreiche, bassbetonte „When The Light Come On“ an den legendären Erstling denken lässt. Wunderbar oldschool und dabei gar nicht altbacken ist auch „Tear Is Down“ ausgefallen, während „October’s Song“ eine kraftstrotzende Ballade ist, die insbesondere durch das Double Lead von Snake und Rachel besticht. Bleibt noch das blitzschnelle „World On Fire“, mit dem sich der Fünfer energiegeladen von alten und sicher auch neuen Fans verabschiedet.

SKID ROW sind zweifellos Zeit ihres Bestehens an ihrem grandiosen Debüt und dem nachfolgenden „Slave To The Grind“ aus 1991 gemessen worden. Mit „The Gang’s All Here“ können die Herrschaften voller Stolz dieser Aufzählung ein weiteres Album hinzufügen, denn die Jungs haben eindeutig zu ihrer alten Stärke zurückgefunden! Maßgeblich beteiligt ist an diesem Umstand Erik Grönwall, der wahrscheinlich nicht nur frischen Wind in die Truppe gebracht hat, sondern auch das passende Organ sein Eigen nennt, um spielend das nicht eben leichte Erbe von Sebastian Bach anzutreten. Gleichzeitig haben auch die übrigen Bandmitglieder ihre alte Spielfreude wiedererlangt und insbesondere die beiden hauptsächlichen Songwriter Sabo und Bolan ergänzen sich mit einer geradezu schlafwandlerischen Sicherheit. Einen Innovationspreis gibt es dafür natürlich nicht, aber da SKID ROW sich nicht einfach selbst kopieren, sondern ihren Sound ins Hier und Jetzt zu transformieren wissen, gibt es auch nichts zu meckern.

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