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SKINDRED - Roots Rock Riot

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Artist SKINDRED
Title Roots Rock Riot
Homepage SKINDRED
Label BIELER BROS.
Leserbewertung
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7.5/10 (11 Bewertungen)

Vom ersten Ton an hatten SKINDRED mich in ihren Bann gezogen, klang doch gleich der titelgebende Opener „Roots Rock Riot“ wie eine leicht geupdatete Version der Walisischen Ragga-Metaller DUB WAR, die ich um 1995 sehr schätzte und die mit „Strike it“ sogar einen veritablen Indie-Dancefloor-Hit vorweisen konnten (die aber über einen Streit mit Earache zerbrachen und nur einen relativ kleinen Nachlass hinterließen…).

Umso überraschter war ich, als mir ein Blick in das Booklet verriet, dass doch tatsächlich SKINDRED aus eben dieser Band hervor gegangen sind! So ist in der aktuellen Besetzung immer noch Ausnahme-Sänger Benji Webbe zu finden, zwischenzeitlich spielten aber alle Ex-DUB WAR-Mitstreiter eine zeitlang für die Mulit-Kulti-Truppe. Mit diesem Wissen im Hinterkopf macht „Roots Rock Riot“ natürlich um noch einiges mehr Spaß, da wir es hier mit, sozusagen, alten Helden zu tun haben. Aber auch mit SKINDRED sollte natürlich nicht alles glatt laufen, so erschien das erste Album 2002 noch via RCA, aber es kam wie es kommen musste und die Band stand schon kurz nach der Veröffentlichung wieder ohne Label da. Ganze fünf Jahre später und nach diversen Umbesetzungen begaben sich die Roots-Rocker erneut ins Studio und nahmen mit Matt Squire (PANIC! AT THE DISCO) ein makelloses Album auf, das Einzug in jeden Haushalt nehmen sollte!

Es fällt schwer, einzelne Highlights herauszufischen, da fast jeder Song mindestens über einen grandiosen Part verfügt, die Vocals einfach erfrischend und catchy vorgetragen werden, der Sound jugendlichen Esprit besitzt. Selten wurde ein doch recht angestaubtes musikalisches Konzept so hervorragend und überzeugend in ein neues Zeitalter herübergerettet! Die Platte macht von vorne bis hinten einfach gute Laune! Ob Bläser-Sektionen, Dancefloor-Ausflüge, Casio-Beats, Ragga-Einschübe mit Drum and Bass-Anleihen, alles klingt wie aus einem Guss und zumindest eine zeitlang wie die frischeste Mischung, die man in den letzten Jahren auf die Ohren gedrückt bekommen hat. Trotzdem verweise ich noch einmal explizit auf Highlights, wie das groovige „Trouble“, die Tanzboden-Hüpf-oder-stirb-Kracher „Rat Race“, „Spit out the poison“ oder „Destroy the dance floor“, den Soundtrack für die nächste linke Hausbesetzung „State of emergency“, die hypermelodischen „Alright“ und „Ease up“, das an SENSER erinnernde „Killing me“ undundund (doch wieder fast das ganze Album aufgezählt…Mist.).

Selten gingen Politik und Tanzflur eine heiligere Allianz ein. Ebenso anspruchsvoll wie eingängig präsentieren sich SKINDRED anno 2008 und sollten Clubs wie Stadien gleichermaßen zum Kochen bringen! Für mich eine große Überraschung und gleichzeitig der Rettungsanker einer dahinsiechenden und muffig riechenden Musikrichtung! Rude boy for life!

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