Band Filter

SKINNY PUPPY - Live – Bootlegged, Broke and in Solvent Seas

VN:F [1.9.22_1171]
Artist SKINNY PUPPY
Title Live – Bootlegged, Broke and in Solvent Seas
Homepage SKINNY PUPPY
Label DEPENDENT
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
5.3/10 (21 Bewertungen)

Nur wenige Monate nach ihrem letzten Release „HanDover“ folgt nun ein Livealbum der 2010er Europa-Tour und da SKINNY PUPPY im Vergleich zu manch anderen Bands nicht wirklich inflationär ihre Konzerterlebnisse auf Tonträger bannen, war die Vorfreude umso größer. Außer „Worlock“, das auf dem M‘era Luna aufgenommen wurde, befinden sich nur Livemitschnitte auf dem Album, die im östlichen Europa entstanden sind. Sicherlich ein besonderes „Dankeschön“ an ihre wohl fanatischsten Fans dort. Auch wenn ich es nicht 100%ig weiß, vermute ich, dass 2010 performte Tracks wie „Ugli“ oder „Pro-Test“ aus lizenzrechtlichen Gründen fehlen und somit nur Stücke bis zur „Too Dark Park“-Ära verwendet wurden.

Gleich beim ersten Hören hatte ich den Eindruck, mir fliegen die Ohren weg, der Sound ist der absolute Wahnsinn und außergewöhnlich gut abgemischt. Dem beigelegten Infosheet ist zu entnehmen, dass die Songs direkt von Ken Marshalls Soundboard eingefangen und nicht nachbearbeitet wurden. So liegt hier ein unglaublich intensives und organisches Klangerlebnis vor. Vor zwei Jahren war die Setlist etwas überraschend, aber dies begleitet SKINNY PUPPY ja schon seit Anfang an. Bei dieser riesigen Auswahl wurde schon immer wenig Rücksicht auf Befindlichkeiten genommen und Hits wie „Dig it“, „Testure“ , „The Choke“ oder der absolute Überhit „Smothered Hope“ werden einfach ignoriert. Man stelle sich im Vergleich dazu vor, DEPECHE MODE würden „Enjoy the silence“ oder „Personal Jesus“ auf einer Tour ausfallen lassen.

Eingeleitet wird das Album von „Prelude“. Darunter konnte ich mir nichts vorstellen, es handelt sich dabei um die Soundfragmente, die gespielt wurden, bevor das Intro das hier fehlende „Love in Vain“ eingeleitet hatte. Im weiteren Verlauf werden wir Zeuge, wie cEvin Key bei Songs wie „Dogshit“ ordentlich an seinen Synths improvisiert oder Tracks wie das göttliche „Deadlines“ und „Addiction“ reduziert/ depressiv performt werden. Von der „Back & Forth“-Serie erfolgt zudem eine interessante Livepremiere: „Hatekill“. „Morpheus Laughing“ wiederum kommt unglaublich kraftvoll rüber, der Klassiker „Worlock“ schraubt sich roh und ungeschliffen in den Gehörgang und man glaubt es kaum, nach über 20 Jahren erklingt mal wieder „Assimilate“. Live in einer fast zehnminütigen Fassung mit umfangreichen Outro, oder wie von den Fans liebevoll genannt: „Brap“, und als ob das alles noch nicht genug ist, ein unglaublich kranker Song namens „Shore Lined Poison“ setzt dem Album die Krone auf.

Eins der soundtechnisch wohl besten Livealben, das ich je gehört habe, mit kleinen Abzügen in der B-Note“. Genau genommen neun Tracks und die Spielzeit sind etwas schade, vor allem da es bei drei weiteren performten Tracks vermutlich nicht die oben genannten Lizenzprobleme gegeben hätte: „Love in Vain“ , „Tormentor“ und „Far too Frail“.

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

SKINNY PUPPY - Weitere Rezensionen

Mehr zu SKINNY PUPPY