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SKINNY PUPPY - The greater Wrong of the Right

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Artist SKINNY PUPPY
Title The greater Wrong of the Right
Homepage SKINNY PUPPY
Label SYNTHETIC SYMPHONY/ SPV
Leserbewertung
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7.2/10 (6 Bewertungen)

Seine Lieblingsband zu rezensieren kann sich zuweilen als schwieriges, beinahe unmögliches Unterfangen erweisen. Wie viele Fans habe ich lange nicht mehr daran geglaubt, dass sich Cevin Key und Nivek Ogre, nach allem was vorgefallen ist, nochmal zusammenfinden werden. Als es Gewißheit wurde, daß definitiv ein neues Album erscheint, habe ich diesem Moment entgegen gefiebert. Nach dem Erscheinen wird nun „The greater Wrong of the Right“ in den Szenemagazinen abgefeiert, diese Euphorie kann ich jedoch nicht ganz nachvollziehen. Obwohl ich die CD mittlerweile bestimmt 15 mal durchgehört habe, schwanke ich zwischen dem nächsten Versuch Zugang zu finden und der sofortigen Entsorgung. Was kann der Grund dafür sein? Sicher, wenn man die Arbeiten der beiden (z.B. „Download“ und „OHGR“) verfolgt hat und den exklusiv für den Film „Underworld“ produzierten Track „Optimissed“ kennt, konnte man schon mehr als nur ahnen, dass SKINNY PUPPY nicht mehr so klingen würden wie früher. Das Gesamtresultat klingt aber wahrscheinlich so, wie es viele nicht erwartet bzw. sogar befürchtet haben und bestätigt, dass die „Puppies“ immer noch völlig unberechenbar sind.

Wer Niveks Projekt „OHGR“ mag, der wird „TgWotR“ lieben: abgedrehte Sounds, echte Gitarren und Drums, ein chaotischer Grundtenor, der sich durch das gesamte Album zieht. Dieses Album klingt, bis auf die wieder mal genial eingesetzte und variantenreiche Stimme Niveks, nicht mehr nach SKINNY PUPPY, einzig „The Process“ weist gewisse Ähnlichkeiten mit „TgWotR“ auf. Das, was die Band berühmt und berüchtigt gemacht hat, ist nicht oder kaum mehr enthalten: Genial komponierte Soundflächen und Samples fehlen, keine charakteristischen „Gänsehautstücke“, die einem Schauer über den Rücken laufen ließen, wie: „Icebreaker“ , „Choralone“ , „Fritter“ oder „Social Deception“. Auch ist kein einziger Song enthalten, der im entferntesten Klassikerpotential wie „Worlock“ oder „Smothered Hope“ haben wird. Sicher könnte man dem entgegnen, hier schreibe jemand, der immer nur ein Album wie „Bites“ in ständiger Neuauflage haben möchte. Wenn man jedoch nicht nur in Ehrfurcht erstarrt und „TgWotR“ komplett durchhört, hat man zwar das Gefühl ein handwerklich und technisch perfekt produziertes Album vor sich liegen zu haben, aber irgendetwas fehlt. Fast alle Tracks enthalten gewisse Höhepunkte, die aber seltsamerweise oft nicht über die gesamte Länge anhalten. Irgendwie fehlen dem Album Seele und Persönlichkeit. Eine weitere Enttäuschung für mich: Früher klangen SKINNY PUPPY einzigartig und wurden von unzähligen Bands kopiert, „TgWotR“ hingegegen wirkt teilweise wie ein Sammelsurium bekannter Sounds, die man irgendwo früher schon mal gehört hat: NIN, HAUJOBB, PIL oder auch derzeit angesagte Teenyrockbands. Ein Song wie „Past Present“, dem man gewisse Tanzflächentauglichkeit nicht absprechen kann, klingt teilweise gar wie der in den Neunzigern abfällig bezeichnete „Kirmestechno“. Das Stück „Pro-test“ jedoch erzeugt bei mir ein dickes Schmunzeln: SKINNY PUPPY goes Ghetto, vor meinem geistigen Auge sehe ich Nivek, der EMINEM in einem ultimativen Gesangsbattle niedermacht, um ihn dann auszuweiden und zu zerstückeln, wie er es in vielen Konzerten mit Chud gemacht hat. Auch „I´mmortal“ und „EmpTe“ besitzen für mich einen gewissen Charme.

Das Album als Gesamtwerk wird zum jetzigen Zeitpunkt meinen Erwartungen leider nicht gerecht, vielleicht offenbart sich aber auch erst in einigen Jahren die Tragweite dieser Veröffentlichung. Trotzdem sollte man sich SKINNY PUPPY live nicht entgehen lassen, denn da gehörten sie schon immer zum Extremsten, was es so zu sehen gab.

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