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SKOLD - Anomie

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Artist SKOLD
Title Anomie
Homepage SKOLD
Label DEPENDENT
Leserbewertung
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6.8/10 (4 Bewertungen)

15 Jahre nach seinem ersten Solo-Album „Neverland“ legt der Schwede Tim Skold jetzt seinen zweiten Alleingang-Streich „Anomie“ vor. Zwischenzeitlich war er zu sehr damit beschäftigt, mit MARILYN MANSON Grammy-Nominierungen einzufahren, mit KMFDM den Industrial-Rock aufrecht zu halten und die coolen Glam-Rocker SHOTGUN MESSIAS (aus der bereits 1980 gegründeten Kapelle KINGPIN hervorgegangen) ins Leben zu rufen. Ohne Band-Kompromisse und mit viel Liebe zum Detail gibt’s jetzt frischen Stuff für Manson- und KMFDM-Fans, Sleaze-Smasher, Metal-Ausflüge und sogar balladeske Töne.

Zunächst wird jedoch die Schwermetall-Fraktion mit dem krachenden Opener „(This Is My) Elephant“ bedient, bevor das treibende „Suck“ sich mehr an die MM-Anhänger wendet. Gleich im Anschluss gibt’s industrielle Töne mit „Black Out“, so dass bereits nach dem ersten Drittel klar ist, dass der Gitarrengott aus dem hohen Norden tatsächlich für alle etwas Passendes im Angebot hat, wobei die Genregrenzen natürlich eh fließend sind. „Angel of Noise“ ist dabei mit seinen massiven Gitarrenwänden allerdings ziemlich eindeutig wieder dem Metal zuzuordnen, wobei der verzerrte Gesang auch im Industrial beheimatet sein könnte. „Satellite“ präsentiert sich weniger ruppig und dabei elektronischer als der Vorgänger, bevor es mit „Becoming“ vergleichsweise melancholisch zur Sache geht. Auch „The Hunger“ zählt zu den ruhigeren Vertretern, denen es jedoch nicht an Energie und Druck fehlt. Mit „Here Comes The Thunder“ geht es dann alsbald wieder sleazig in die Vollen, ehe „And Then We Die“ und „Miserably Never Die“ als hymnische Industrial-Balladen daherkommen. Ordentlich Tempo macht im Anschluss der blitzschnelle Elektro-Rocker „Tonight“, um schließlich mit „What You See Is What You Get“ mit schwermütigem Gegrummel zu enden.

Die Abwechslung auf „Anomie“ ist möglicherweise Segen und Fluch gleichzeitig. SKOLD hat offensichtlich bei aller Unabhängigkeit versucht, sämtliche Fans seiner zahlreichen Projekte zu beglücken und dabei ist der rote Faden bzw. auch die Unverwechselbarkeit der Musik ein wenig auf der Strecke geblieben. Was er hier abgeliefert hat, hätte problemlos auch auf den Alben seiner Kollaborationen Platz gefunden – was aber letztlich nicht wirklich schlimm ist, denn das Ergebnis ist qualitativ auf jeden Fall ohne Fehl und Tadel.

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