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SKORBUT - Phantom Pain

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Artist SKORBUT
Title Phantom Pain
Homepage SKORBUT
Label SONIC-X
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Die digitale Welt ist schon klein, jedenfalls tummelt sich unter meinen MySpace Freunden eine Formation namens SKORBUT, die ich bisher recht angenehm zur Kenntnis nahm und denen ich durchaus eine größere Zukunft vorhersagen würde. Doch die Realität überholt mich, obgleich ich in letzter Zeit nicht Konkretes von der Band mitbekommen hatte, erreichte mich plötzlich eine EP/ Single der „freundschaftlichen“ Musiker. Laut Info war die Resonanz auf das Vorab-Video von „Phantom Pain“ so überwältigend, dass man sich entschloss, den Song vor dem regulären Album auszukoppeln. Diverse Chartplatzierungen geben den Jungs auch recht… und ich ebensp, denn nach dem ersten Hördurchgang muss ich mich der allgemeinen Meinung anschließen.

Der Song besitzt alles, was ein ordentlicher Clubhit heutzutage benötigt: Genügend Wumms und ein starker Wiedererkennungswert zeichnen den Track aus. Es ist ein Harsh-Elektro Titel mit düster gemächlichem Gesang, der aber aufgrund der Tiefe und Schwere des Sängers Daniel Galda unglaublich martialisch zur Geltung kommt. Der Titel ist wirklich empfehlenswert, vielleicht auch, weil er mich an die alte EBM Band PARANOID erinnert. Alle Mixe haben nur eins im Sinne, den Beat sprechen zu lassen und tanztauglich zu sein, dafür hält sich die Abwechslung etwas in Grenzen. Außer den Mixen von TITANS und YADE sind mir die restlichen Bearbeitungen etwas zu nah am Original gehalten, dies kann aber auch an der überdominanten Bassdrum und dem Gesang liegen. Am meisten haben es NOVASTURM versemmelt, denn der Gesang ist hier einfach zu leise im Mix geraten, ich hatte Mühe, ihn zu verstehen. Das gleiche gilt übrigens auch für KAOS-FREQUENZ, dazwischen macht mir FABIOUS CORPUS ACT Hoffnung, denn diese reißen sich von dem Elektro-Industrial der beiden vorgenannten Projekte los und bringen stattdessen eine brachiale Version des Originals, die einen regelrecht mit der Zunge schnalzen lässt. Die TITANS aus Schweden haben den besten Job abgeliefert, der Remix im recht klassischen Elektro-EBM-Stil bietet die meisten kreativen Elemente. Trotz aller Härte wurde der Song mit wunderbaren Melodien ausgeschmückt und reicht dem Original in Sachen Qualität/ Kreativität mit erhobenem Kopf die Hand. Das schon anfangs erwähnte Video der Single hat man ebenso beigelegt und somit kann man auch seinen Augen etwas Gutes tun, denn wir Menschen sind halt visuelle Tiere. Das Video besteht in erster Linie aus einem sehr gut zusammen geschnittenem Live-Auftritt – im ersten Augenblick dachte ich Ronald Mc Donald mit einem Iro auf der Bühne zu sehen, aber nach kurzer Akklimatisierung gewöhnt man sich daran und lässt das Aussehen als Bestandteil der Inszenierung auf sich wirken, könnte glatt etwas von THE PRODIGY sein, irgendwie genial.

Ich glaube, dass die EP/ Single wirklich zu empfehlen ist, sie bietet viel (allerdings nur viel von einem Track) und über die kleinen Ausrutscher kann ich persönlich hinwegsehen, ich hoffe doch, dass es euch beim probehören genau so ergeht und euch von der Kraft der Scheibe anstecken lässt.

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