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SKULLBOOGEY - III

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Artist SKULLBOOGEY
Title III
Homepage SKULLBOOGEY
Label FINEST NOISE
Leserbewertung
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7.0/10 (1 Bewertungen)

Der Großraum Frankfurt/ Main ist erfahrungsgemäß nicht unbedingt das Mekka des geneigten Fans harter, handgemachter Rockmusik. Ob SKULLBOOGEY daran mit ihrem dritten Longplayer nachhaltig etwas ändern können, bleibt wohl fraglich. Hörenswert ist der schlicht mit „III“ betitelte Dreher allemal.

Der Vierer um Mastermind Stefan Wendling, der nicht nur für das komplette Songwriting, Gitarre und Gesang, sondern auch für Drumming, Artwork und Produktion verantwortlich zeichnet, spielt im weitesten Sinne Heavy Rock. Diese Bezeichnung (der Waschzettel spricht gar von „Riff-Rock“) wird den dargebotenen Songs allerdings nur unzureichend gerecht. Der aufmerksame Hörer entdeckt nach einigen Durchläufen immer mehr Inspirationsquellen, die von NuRock (im wunderbar treibenden Opener „Fast Way’s Down“) über klassischen Hardrock („Rock n’ Roll Man“) bis hin zu düsteren Momenten (das ruhigere „Breathe“ erinnert an DANZIG zu „How The Gods Kill“-Zeiten) reichen. Selbst vor funkigen Klängen wie im stampfenden „Hell“ schrecken die Herren nicht zurück. Dabei wird allerdings stets auf einen hohen Wiedererkennungsgrad wert gelegt, der besonders durch die facettenreiche, aber immer nach Whiskey klingende Stimme Wendlings erzeugt wird. Eben diese Stimme und die von ihr zum Besten gegebenen, extrem eingängigen Gesangsmelodien sind auch gleichzeitig das tragende Element sämtlicher Songs auf dem insgesamt stimmig arrangierten Album. Sogar die gelegentlich eingestreuten ruhigen Momente zünden, bis auf die eher peinlich-kitschige Ballade „Killing Time“, die klingt, als wäre die komplette Band von einem niedersächsischen Skorpion gebissen worden. Glücklicherweise bleibt es bei diesem einen Fauxpas, der Rest der CD weiß jederzeit zu überzeugen. Und irgendwie, ich vermag nicht einmal genau zu sagen warum, fühlt man sich über die gesamte Spielzeit von gut 47 Minuten immer wieder an die großartigen KING’S X erinnert, ohne dass SKULLBOOGEY jemals wirklich wie diese klingen oder gar ihre unaufdringliche (und daher oft verkannte) Klasse erreichen, aber dennoch: es gibt sicherlich weitaus schädlichere Reminiszenzen.

Fazit: ein stimmiges, schnörkelloses Heavy Rock-Album (ja, da ist sie eben doch wieder, die eingangs erwähnte Genre-Bezeichnung), das mit einer trockenen und druckvollen Produktion aufwarten kann. Sicherlich kein Meisterwerk, aber doch sehr solide Hausmannskost, die Hunger auf mehr macht. Bratkartoffeln mit Speck und Zwiebeln statt Lammfilet in Trüffel-Sahne-Sauce sozusagen. In diesem Sinne: Yes Sir, I can SKULLBOOGEY!!

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