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SLAM & HOWIE - Vicious Songs

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Artist SLAM & HOWIE
Title Vicious Songs
Homepage SLAM & HOWIE
Label N-GAGE
Leserbewertung
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7.5/10 (6 Bewertungen)

Passen die Schweiz und Country zusammen? Bislang ging mein erster Gedanke bei eidgenössischer Musik eher Richtung GOTTHARD oder zu Alphörnern, aber siehe da, unsere Freunde mit dem lustigen Akzent machen auch auf Cowboy! Genauer gesagt tun dies SLAM & HOWIE gemeinsam mit den RESERVE MEN. Lieutenant SLAM ist der Scheff (Schreibweise von der Band-Homepage übernommen!) und für den Gesang, das Songwriting und die Gitarre zuständig. Ihm zur Seite steht als Angestellter 1. Grades Private HOWIE (Howard B. Benson) am Schlagzeug und den Backing Vocals, Fehlen noch die RESERVE MEN, die sich aus Ringo „El Torro“ an den sechs Saiten und Magot Google am Double Bass rekrutieren. Wenn diese Angestellten 2. Grades mal keine Zeit haben, steigen Ross the red und Django „El Loco“ mit auf die Stage. Wahrlich, die Schweizer überlassen nichts dem Zufall und sorgen für klare hierarchische Strukturen. Seit Anfang 2006 singen SLAM und HOWIE über die essentiellen Dinge des Lebens: Frauen, Alkohol, Einsamkeit, Knast und die endlosen Asphalt-Highways und haben mehr als 120 Konzerte in der Schweiz, Deutschland, den Niederlanden und Tschechien bestritten. Man traf sie auf Schiffen, Skipisten, in Punk-Schuppen, Country Clubs, nüchtern oder angetrunken und immer mit sehr viel Hingabe agierend. Das verlangte nach einer Konservierung vermittels CD, ein Plattendeal wurde im Sommer abgeschlossen und nach nur zwei Studiotagen, in denen die Platte live eingespielt wurde, gibt es den Bastard Speed Country der Schwizer jetzt auch für den heimischen CD-Player.

In selbigem dreht sich in diesem Moment das Debüt der Alpen-Cowboys, die mit „Farewell To Nashville“ ihren Instrumental-Einstand geben, bevor zu „Shotgun Rag“ erstmalig SLAMs nölige Stimme ertönt. Alsbald findet man sich beim Samstagabendtanzvergnügen irgendwo im Mittleren Westen wieder, denn auch „Young Men Like Ol Ladies“ animiert zu Square Dance und Clogging. „Bei „Alabama Zak“ gibt’s ein nettes Gitarrensolo, dann wird’s mit „My Forsaken Grave“ ein wenig getragener. So ein Cowboy muss sich ja auch mal ausruhen und seine Lady beim gemeinsamen Tanze fest an sich drücken. Klingt sehr nach Nashville, hat aber zweifellos Charme, was auch für „Lonely Rider“ gilt. Man sieht geradezu den modernen Cowboy einsam auf dem Highway in den Sonnenuntergang fahren. Damit hat es der Song zu meinem Favoriten gebracht, dicht gefolgt vom schnellen „Drinkin & Ramblin“, welches wieder richtig Tempo macht. Da will auch der „Cowboy Song“ nicht zurückstehen, allerdings klingt SLAMs Stimme hier an einigen Stellen so, als würde sie jeden Moment kippen. 100%ig will es auch dem angedeuteten Jodler nicht immer klappen. Noch deutlicher ist dies beim folgenden „A Million Flowers“ zu hören, weniger wäre hier wirklich mehr. Ab in die Prärie geht’s mit „I’m Not Jesus, I’m The Holy Ghost“, dann verbreitet „That’s All right Momma“ gute Laune bis die „Vicious Songs“ mit „A Good Day to Die“ sentimental enden. Auch der härteste Naturbursche hat halt einen weichen Kern und so ein Abschied ist ja auch immer ein bisschen wie sterben.

Irgendwo zwischen der beeindruckend-coolen Show der Berliner THE BOSS HOSS und der Authentizität von TEXAS LIGHTNING lassen sich SLAM & HOWIE sicher einordnen. Die Jungs verzichten jedoch auf Coverversionen und ziehen ihr eigenes Ding durch, wodurch allerdings ein wenig vom Spaß-Faktor verloren geht. In der richtigen Stimmung kann man mit dem Erstling der alpinen Kuhtreiber mit Sicherheit aber auch jede Menge Spaß haben. Also, schon mal den Stetson gerade rücken und die Sporen an die Stiefel frickeln, gibt auf dem Holzboden so schöne Geräusche beim Tanzen.

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