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SLEATER-KINNEY - No Cities To Love

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Artist SLEATER-KINNEY
Title No Cities To Love
Homepage SLEATER-KINNEY
Label SUB POP
Leserbewertung
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7.0/10 (1 Bewertungen)

„’Amerikas beste Punkband ever.’” – sagte  einst Rob Sheffield vom Rolling Stone Magazine über SLEATER-KINNEY. Ein “ever” im Rolling Stone! Wir sind nicht alt genug, um zu wissen, ob es dies vor dem Urteil von Mr. Sheffield schon einmal gab, glauben uns aber erinnern zu können, dass es zumindest niemals im Zusammenhang mit dem Wort Punk gebraucht wurde. Und auch Marcus Greil vom renommierten Time Magazine feierte sie als „Americas best rock band“! Die drei Mädels aus Olympia/Washington fanden 1994 im Zusammenhang mit der Riot-Grrrl-Bewegung zueinander und machten bis 2006 gemeinsame Sache. Benannt hat sich das Trio übrigens nach der Sleater Kinney Road, einer Ausfahrt der US-Bundesautobahn 5 (I-5) zwischen den Städten Seattle und Portland. Von 1995 bis 2005 entstanden sieben Studio-Alben, denen jetzt nach dem im letzten Herbst erschienenen „Start Together“ (ein auf 3000 Stück limitierte Deluxe Box Set, bestehend aus allen – neu remasterten – Langrillen auf farbigem Vinyl, einem 44-seitigen Hardcover-Buch, unveröffentlichten Fotos und einigen limitierten Drucken, für die Puristen gab es zudem schwarzes Vinyl und einzelne CDs) der achte Studio-Output von Corin Tucker (Gesang und Gitarre), Carrie Brownstein (Gitarre und Gesang) und Janet Weiss (Schlagzeug) folgt.

„No Cities To Love“ heißt der Silberling, der von Langzeit-Kollaborateur John Goodmanson produziert wurde und mit zehn neuen Songs daherkommt. Dabei sind die Ladies ihrem Politpunk-Anspruch treu geblieben, wie bereits der Opener „Price Tag“ mit melodischer Dynamik und hämmernden Sounds unterstreicht. Mit ordentlich Drive schließen sich „Fangless“ und Surface Envy“ an, ehe der vom Atom-Tourismus inspirierte Titeltrack „No Cities To Love“ mit einem großartigen Refrain gefällt. Apropos Refrain: „A New Wave“ bekam während des Songwritings bis zu sechs verschiedene Refrains verpasst, bevor klar war, wohin der Song geht. Jetzt gleitet er in ein Gitarrenriff, das sich zwischen Akzeptanz und Trotz bewegt und genau die Energie mitbringt, für die SLEATER-KINNEY seit Jahren geliebt werden. Mit viel roher Kraft folgt auch „No Anthems“, welches das perfekte Miteinander der drei Musikerinnen unterstreicht – ganz offensichtlich stimmt die Chemie bei diesem Trio noch immer. „Gimme Love“ fordert der flotte Dreier dann auch alsbald mit stakkatoartigen Sounds, ehe „Bury Our Friends“ die gesanglichen Qualitäten von Tucker und Brownstein vereinigt. „Hey Darling“ übernimmt mit einer weiteren High-Energy-Salve, bevor das finale „Fade“ den Emotionen abwechslungsreich Raum gibt.

SLEATER-KINNEY sind wieder da! Daran besteht überhaupt kein Zweifel. Mit der gleichen Kombination aus roher Punk-Energie und einer absolut klaren politischen Haltung, wie diese Frauen sie schon von jeher an den Tag gelegt haben. Die lange Pause hat sicherlich dazu geführt, dass sich gewisse Prioritäten verschoben haben, doch hört man „No Cities To Love“ die gleiche Kompromisslosigkeit an, die auch die ersten sieben Platten geprägt haben. Damit ist die Band auch 2015 noch absolut hörenswert und auf der Höhe der Zeit. Finden im Übrigen auch die Fans, die daheim bereits für ausverkaufte Tourtermine sorgen. Hierzulande kann man die Mädels am 18. März live on stage im Berliner Postbahnhof erleben.

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