Band Filter

SLEEP STATION - The Pride of Chester James

VN:F [1.9.22_1171]
Artist SLEEP STATION
Title The Pride of Chester James
Homepage SLEEP STATION
Label EYEBALL RECORDS
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
0.0/10 (0 Bewertungen)

Ob Sie wohl damals im Wilden Westen schon Schlafwaggons in ihren Dampflokomotiven hatten? Wohl kaum, bei dem Lärm hätte eh niemand schlafen können. Aber genau die richtige musikalische Untermalung zum friedlichen Dösen in den endlosen Weiten des Westens bieten SLEEP STATION.

Vierzehn schwofende, melodische Festivals der leisen Töne erdacht von NEW LONDON FIRE Mastermind David Debiak. Dessen Spezialität sind storyträchtige Konzeptalben, auch „The Pride of Chester James“ wartet mit einer solchen auf. Zwar etwas undurchsichtig konstruiert berühren die gefühlvollen Geschichten über einen verstossenen Aussenseiter doch. Vor allem aufgrund der akustischen Aufbereitung der Textzeilen, welche dem Folk zugewandt die Atmosphäre deutlich steigern. Aber es sind die hart taktenden Bläser von „Settle on your name“ die dem Album auch Charakter verleihen. Rhythmisch stapfend bringen diese Debiaks Gesang in energische Vibration, ansonsten zeigt sich dieser eher dem countryesken Melancholiker-Timbre zugewandt. Das richtige fürs Lagerfeuer also, wenn „Tired of me now“ das Banjo singen und die Wölfe heulen lässt. Düsterer, mit einer Prise Wüstenstaub zwischen den Zähnen, lädt uns Debiak zum Spaziergang durch die dunklen Gassen von „Paris“ ein, um mit der geliebten „Anna“ zum rhythmischen Traben der Akustikgitarre über das von sattem Grün genährte Land zu reiten. Die Sterne betrachten, welche das scheinbar endlose Dunkel der Nacht erhellen, will er mit „Always in the Fire“, einer der träumerischsten, imposant inszeniertesten Folkballaden. Wenn gegen Ende des Titels die choralen Männerstimmen die zerbrechlich weiche Stimme von Debiak gen Himmel heben, fühlt man sich ebenso entrückt und BUILT TO SPILL näher.

David Debiaks Soloprojekt weis mit seinen Lebensweisheiten zu überzeugen, spielt seine Trumpfkarten aber leider erst relativ spät aus. So muss man schon bis zum Ende warten, um sich von den sanftmelodischen Orgelmelodien des „Our Carnival“ in die unbeschwerte Kindheit zurückversetzen zu lassen. Ein ausgesprochen nettes Album, das mit Warmherzigkeit und den schönen akustischen Arrangements überzeugen kann.

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Mehr zu SLEEP STATION