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SLEEPYTIME GORILLA MUSEUM - In Glorious Times

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Artist SLEEPYTIME GORILLA MUSEUM
Title In Glorious Times
Homepage SLEEPYTIME GORILLA MUSEUM
Label EQUILIBRE MUSIC
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Leicht verstört entnehme ich die CD aus dem Player und überlege nach einem doppelten Scotch, was zum Teufel ich da eigentlich gerade gehört haben soll. THE DARKNESS auf Drogen mit ihrem Versuch, eine Symphonie der Bekloppten zu kreieren? Oder ein paar Songs später doch CRADLE OF FILTH, die nun ihr Progalbum aufnehmen wollen? Wo Wahnsinn Methode findet, kann man sich auf jeden Fall an MASTODON erinnert fühlen. Wobei „Blood Mountain“ nur das Trainingsprogramm ist für das, was einem SLEEPYTIME GORILLA MUSEUM zutrauen. Wer geglaubt hat, MASTODON wären schon der Endgegner im Bereich des progressiven Paralleluniversums, hat nun wirklich seinen Meister gefunden, denn das hier verlangt einem eine Menge an Toleranz und musikalischer Offenheit ab. Ich frage mich nur, wie große die Zähne seine müssen, die man sich hier an diesem Brocken ausbeißen will. SGM schockieren auf subtile Art, sind fordernd und genau das ist Progressive Rock, wie er ursprünglich mal gedacht war.

Anhängern des Neo-Progs dürften sich hier die Nackenhaare sträuben, denn mit weichgespültem Bombast hat das hier ungefähr so viel zu tun wie Paris Hilton mit Jungfräulichkeit. In „Angel of Respose“ wird einfach mal ohne Scheuklappen eine Countrymelodie eingeführt, die sich dann irgendwie gefälligst mit Freejazz und Metal zu paaren hat. So muss man sich auch gleich den Rest des Albums vorstellen, wo noch Songmutationen der ganz anderen Art auf einen warten. Wem es hier nach Breaks dürstet, kann sich durchaus froh schätzen, im Besitz dieses Album zu sein. Der Weg vom Anfang bis zum Ende ist ein holpriger und hätte vertrackter nicht gebaut werden können, Stolperfallen und Schlaglöcher gibt es hier zuhauf. Die Songbezeichnungen hätte man sich auch gleich sparen können, weil sich jeder „Titel“ eigentlich wieder in drei oder auch gerne mal vier Parts aufteilt, wie man es auch schon von THE MARS VOLTA kennt und entweder liebt oder abgrundtief hasst.

Wirklich lieb gewinnen möchte man diesen wild gewordenen Gorilla nicht, aber wer es schaffen sollte, diesen King Kong des Avantgarde oder Sonstwas-Metal zu erlegen, beglückwünsche ich zu einem Trommelfell aus Titan und Nervensträngen aus dem etwa gleichen Material. Wer sich hier durchgekämpft hat, darf sich dann gerne auch mal zu APHEX TWIN gemischt mit MESHUGGAH von einer Domina den Hintern versohlen lassen. Ich verneige mich vor soviel Mut und Wahnsinn und gehe nun für die nächsten Stunden Vögel beobachten.

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