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SNORRE SCHWARZ - Berlin Gumbo

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Artist SNORRE SCHWARZ
Title Berlin Gumbo
Homepage SNORRE SCHWARZ
Label FISIMATENTEN RECORDS
Leserbewertung
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9.0/10 (1 Bewertungen)

Unter einem Gumbo versteht man im engeren Sinne ein traditionelles Südstaaten-Eintopfgericht.  1972 hat der in New Orleans ansässige DR. JOHN einer seiner Platten in Verehrung seiner Heimatstadt den Titel „Dr. John’s Gumbo“ verpasst. Er sollte an die vielen musikalischen Einflüsse, die in der Wiege des Jazz vorherrschen, erinnern. DR. JOHN ist im vergangenen Jahr verstorben, möglicherweise ein weiterer Grund für SNORRE SCHWARZ, seinen jüngsten Studio-Output „Berlin Gumbo“ zu nennen. Zweifelsohne ist die bundesdeutsche Hauptstadt ebenfalls ein riesiger kultureller Schmelztiegel und so klingen dann auch die sechs Songs auf „Berlin Gumbo“, dem dritten Album des Drummers, Komponisten, Kiezphilosophen und Wortschmiedes, der seine Vielseitigkeit u.a. auch schon beim Polka-Rock-Ensemble POLKAHOLIX unter Beweis gestellt hat.

Der Opener „Zimmer im Haus“ präsentiert sich in einer Langsamkeit, die durchaus an schwüle Südstaaten-Trägheit erinnert, während das nachfolgende „Kann sein“ temperamentvoll Snorres Polka-Erfahrungen umsetzt. Der Titeltrack „Berlin Gumbo“ zeigt sich rhythmusorientiert und auch eine Spur frickelig, zugleich lädt die Nummer zum Tanzen ein und weckt zudem Assoziationen an schweißtreibende Nächte im Berliner Club-Underground, bevor der gebürtige Göttinger, der 1994 über Umwege an die Spree kam, seinen Hörer einen lasziven „Nachtkuss“ aufs Ohr drückt. Das „Monkey Business“ erweist sich als durchaus spacig, wohingegen „Schniek, der Dieb“ einen kruden, abermals durch Bayou-Sounds inspirierten Schlussakkord setzt.

Stimmlich erinnert mich SNORRE SCHWARZ bisweilen an JAN DELAY, im nächsten Moment klingt der Mann aber auch durchaus wie Heaven von den ANGEFAHRENEN SCHULKINDERn. Eindimensionalität kann man ihm wohl kaum vorwerfen. Anbiedern an den Mainstream auch nicht, auf „Berlin Gumbo“ macht SNORRE SCHWARZ einfach mal sein Ding, das im Übrigen heiß zu servieren ist, wie das Cover verrät. Außerdem empfiehlt der Chef und Künstler, keine Angst zu haben, frei zu sein, aus sich zu schöpfen, großzügig zu sein und die Musik laut abzuspielen. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen!

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