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SOKO FRIEDHOF - Black Magic

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Artist SOKO FRIEDHOF
Title Black Magic
Homepage SOKO FRIEDHOF
Label VON GRAFENWALD
Leserbewertung
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8.3/10 (3 Bewertungen)

Fast zeitgleich zum neuen, rundum gelungenen Album „Zeitmaschine“ der Berliner Formation UNTOTEN ist auch ein Silberling von SOKO FRIEDHOF, einem weiteren Projekt von David A. Line, veröffentlicht worden. Bereits der 13ten Longplayer in deren Diskographie. Wo sich die Werke der UNTOTEN musikalisch eher in den düsteren Gewässern von Gothic, Wave und Chanson tummeln, so ging es bisher bei SOKO FRIEDHOF meist deutlich elektronischer und cluborientierter zu. Betrachtet man beide Projekte zusammen, so erhält man ein stimmiges Gesamtwerk, das eben einige seiner Facetten unter zwei verschiedenen Namen präsentiert – die einmalige Handschrift von Mastermind David A. Line ist dabei jedoch immer herauszuhören. Während der Künstler bei den UNTOTEN primär mit Greta Csatlos zusammenarbeitet, so hören wir auf „Black Magic“ Mitstreiterin Maria von Lilienstein.

Nach dem aus sphärischen Klängen und Sprachsamples bestehenden Intro „Rise Again“, folgt mit „Black Magic“ sogleich der Titeltrack. Die elektronischen Komponenten werden nicht nur bei diesem Stück, sondern auch auf Albumlänge von Gitarren passend ergänzt. „Black Magic“ erweist sich als äußerst eingängig und versprüht tatsächlich eine magische Atmosphäre. Tja, nun könnte ich zu träumen beginnen, aber da hat scheinbar Klaus Kinski (R.I.P.) etwas dagegen. Ich könnte mich jedes Mal über dessen Ausraster vergnügen – einfach nur klasse und eine schöne Abwechslung. „Cry for me“ setzt den Weg von “Black Magic” fort – eine melodische Mixtur aus Elektro und Gitarren, wobei letztere etwas dominieren. Sehr groovig ist „Der Teufel verführt die ganze Welt“ und überzeugt mit einem Text, der auf jeden Fall zum Nachdenken anregt. Wir haben hier eine Person, die das Ableben einer anderen nicht zelebriert, sondern praktisch ganz sachlich ein Grab für sie schaufelt. Dieser Mensch liest keine religiösen Schriften, singt keine Hymnen oder Choräle etc. – all das wird von dieser Person damit begründet, dass sie eben zur Hölle geht. Ein interessanter Ansatz – ist man ohne Religion für die Hölle bestimmt? Ist die Hölle dann wirklich so schlecht? Das ist natürlich nur meine Interpretation – bildet Euch eure eigene Meinung dazu. Etwas dramatischer wirkt „Heart of Mary“, das auch eine gewisse, angenehme Melancholie versprüht. „I kill people (in my mind)“ erinnert mich, wahrscheinlich aufgrund der tiefen Stimme von David, eine ganz leichte Prise an SISTERS OF MERCY. Auf jeden Fall ein sehr tanzbarer Kandidat für die Clubs. Eingängig, flott – klasse! Der Soundcollage „Mind Control“ folgt „Worship me“ – das erneut ein angenehmes Tempo an den Tag legt. „Since you been gone“ steigert das Tempo und die Dramatik weiter. Ein perfekter Song zum Autofahren – kann ich mir sehr gut bei 180 auf der Bahn vorstellen. Schwungvoll ist auch „Blood of Jesus“, bei dem Sängerin Maria zu Höchstleistungen aufbricht. Rhythmik und Dynamik machen dieses Stück zu einem weiteren Anspieltipp. „Everywhere outside“ beginnt zunächst sehr ruhig mit einigen Synthiflächen, dann setzt Davids Stimme ein und der Song gewinnt an Fahrt – bis er schließlich richtig nach vorne losgeht. Ein weiteres Highlight der Scheibe. Mit „Monster“ wird es schließlich noch etwas experimenteller und vielleicht aufgrund der zurückgenommenen Drums auch minimalistischer.

War ich mit dem Schaffen der UNTOTEN bisher deutlich vertrauter, da ich von SOKO FRIEDHOF nur das schon etwas ältere Werk „Blutrünstiges Mädchen“ mein Eigen nenne konnte, so überrascht mich „Black Magic“ ungemein und überzeugt (ebenfalls) auf ganzer Linie. Schaut man mal in die Anspieltipps, wird schnell erkennbar, dass die neue VÖ eine durchgehend hohe Qualität mitbringt, so dass man gar nicht nur einzelne Songs hervorheben kann. Hammergeiles Album, das mir sogar noch besser als der ebenfalls gelungene neue UNTOTEN-Tonträger gefällt. „Black Magic“ – fürwahr ein schwarzes und magisches Stück Musik.

Anspieltipps: „Black Magic“, „Der Teufel verführt die ganze Welt“, „I kill people (in my mind)“, „Since you been gone“, „Blood of Jesus“, “Everywhere outside”

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