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SOLEFALD - The Linear Scaffold (Re-Release)

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Artist SOLEFALD
Title The Linear Scaffold (Re-Release)
Homepage SOLEFALD
Label PEACEVILLE RECORDS
Leserbewertung
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Wer braucht Black Metal Experimentalisten, die verstärkt jazzige Passagen einbauen? So wird dieser Re-Release des „bahnbrechenden“ Debuts der Norweger SOLEFALD vom eigenen Label „beworben“. Für die meisten dürfte schon diese Werbung nach nervenaufreibender Musik klingen. Ich kann Euch bestätigen: Hier wird es sich nicht gemütlich gemacht, diese Band attackiert das Nervenkostüm mit mindestens der gleichen Vehemenz wie vermeintliche ästhetische Grenzen, hier wird der Zuhörer permanent von dissonanten Kreischattacken gepiesackt, dass selbst der (nach eigenem Urteil) gestählte Proggie Fan schnellstmöglich mal ne schöne WHITESNAKE Scheibe einschmeißt. Im Vergleich mit diesen Burschen dürften SLIPKNOT sofort im ZDF Fernsehgarten auftreten.

Es ist ein Misslingen, wie es vielen Debütanten unterläuft: Zu große Ambitionen stehen dem guten eigenen Ergebnis oft im Weg. So ist auch „The Linear Scaffold“ ja jederzeit das vorhandene Talent anzuhören. Jedoch führt der unbändige Ehrgeiz, die Extreme auszuloten zum ständigen Überschreiten der Nervgrenze. So kann die totale „leck mich“ Haltung gegenüber dem Hörer schnell dazu führen, dass dieser ebenfalls die Zunge (oder anderes) zurückstreckt. Ärgerlich ist, dass man ständig das Gefühl hat, dass die Band es doch eigentlich kann. Und dann plötzlich kommt der Moment, wo es einem dann auch bewiesen wird: „Countryside Bohemians“ ist ein richtig guter und aus der Sicht von 1997 vielleicht tatsächlich wegweisender Song (wenngleich viele es bei dieser CD nicht so weit geschafft haben dürften). Hier gibt es einmal einen wirklichen Spannungsaufbau, der auch noch glänzend gelingt, hier werden auch mal Songteile wiederholt, so dass der Song (und dieses Stück darf man wirklich auch so nennen!) eingängig wird und Spannung und Stimmung aufbaut.

Danach gibt es allerdings sofort das künstlerisch wichtige und wertvolle Hörspiel „Tequila Sunrise“ (wenigstens der Titel macht ja direkt Lust auf mehr!), das spätestens nach dem dritten Hören den Skip-Reiz ins Unermessliche steigert. Positive Überraschung dann zum Schluss: „When the Moon is on the Wave“ ist nochmals ein echter SONG, nicht ganz so gut wie „Countryside Bohemians“, jedoch noch ein kleines Lesezeichen im Black Metal Archiv, das einen daran erinnert, dass man hier weiter machen könnte und sollte und bekanntermaßen auch hat. Damit ist es an der Zeit für ein leicht fallendes Fazit: Vergesst die CD, aber behaltet ruhig die Band im Hinterkopf, das Potential für richtig gute Musik ist/ war absolut vorhanden, wenn die Norweger etwas mit den Hörern kooperieren wollen, können sie viel erreichen.

Als Nachtrag sei noch erwähnt, dass die Norweger es mittlerweile auf 6 Studioalben gebracht haben, dabei gab es durchaus viel Anerkennung durch die Kritiker, in der Szene indes sind SOLEFALD eher misstrauisch beäugte Außenseiter geblieben.

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