| Artist | SOLEMN NOVENA |
| Title | Kiss The Girls |
| Homepage | SOLEMN NOVENA |
| Label | DARK DIMENSIONS |
| Leserbewertung |
SOLEMN NOVENA ist ein aus Belfast stammendes Dreiergespann, das sich seit 2006 treibenden Goth-Rock auf die Fahnen geschrieben hat. Nach einer EP namens „As Darkness Falls“ und der digitalen Vorab-Veröffentlichung der Single „Silver“ ist nunmehr die erste Langrille des Trios erhältlich.
Mit ihrer Single lassen es Louise (Vocals), Marcy (Guitar/ Vocals) und Stuart (Guitar) in deutlich düsterer Färbung krachen und wecken so nostalgische Gefühle. Der Sound klingt zweifelsfrei nach der guten alten Zeit der Achtziger, entsprechend hat man bei „Kiss The Girls“ auch keine großen Überraschungen zu erwarten, wird aber mit solidem Handwerk gut bedient. Der Drumcomputer hat nicht nur beim Opener „Juliette“ gut zu tun und wird von den beiden Langäxten kraftvoll begleitet, auch „Ruined“ und „The Dreamer“ treiben knackig nach vorn. Das Zusammenspiel der beiden gemischtgeschlechtlichen Stimmen passt gut, wobei ich persönich Marys dunkles Organ dem sanften Gesang von Fräulein Louise vorziehe, die aber ihre Sache ordentlich macht und sich nicht wie viele andere Kolleginnen im unsäglichen Säuseln verstrickt. Mit dem Titeltrack „Kiss The Girls“ schlagen SOLEMN NOVENA dann erstmalig etwas ruhigere Töne an, um jedoch mit „Faerytale“ poppig-beschwingt nachzulegen. Auch „Tell Me All Your Secrets“ zeigt mainstreamige Tendenzen und könnte problemlos im „Das Beste aus den Achtzigern“-Frühstücksradio laufen, wobei es dort noch zu den besseren Stücken zählen würde. Mit „Trick Or Treat“ setzt sich die dunkle Komponente wieder stärker durch und ebenso wie „Siren“ auch alsbald in den Gehörgängen fest. Bleibt noch „Missa Solemnis“, das mit Pianoklängen startet, um den Longplayer gefühlvoll und mit viel Drive ausklingen zu lassen.
Kein ganz großer, innovativer Wurf, aber nette Unterhaltung. Immerhin kommt „Kiss The Girls“ ohne Lückenfüller aus und den zehn Songs hört man zweifelsohne auch das Herzblut an, dass SOLEMN NOVENA in ihrer Mucke stecken haben. Für alle Düster-Rocker, die in den Achtzigern musikalisch sozialisiert wurden, eine sichere Bank.

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