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SOLENOID - s/t

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Artist SOLENOID
Title s/t
Homepage SOLENOID
Label BUZZVILLE
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Pressefotodiagnose die Erste. SOLENOID sind fünf wackere Mannen, einer sieht aus, als wäre er LIDL-Verkäufer, der andere ist Umweltaktivist, einer der Kifferfreund aus deiner Nachbarschaft, dann wäre da noch ein etwas Kleingewachsener, der offensichtlich Scorpions Fan ist (na ja) und zum guten Schluss dieser etwas versifft dreinglotzende Typ – das ist wohl der Bassist. Jedenfalls ist das Pressfoto von SOLENOID keineswegs tauglich, um die Musik der Band zu repräsentieren.

Diese Jungs haben nämlich den Heavy Metal für sich gepachtet, ja genau – den puren, krawallmachenden Rifflastigen, melodiestarken Heavy Metal. Kein Speed, kein Thrash und auch keine schwarzen Seelen. SOLENOID brauchen keine Genres, sie machen sich auch keines selber – Sie stehen einfach nur für ein Dutzend starke Metal Songs, die durch Mark und Bein gehen. Der Schockgefrierer setzt bei „Out in the Cold“ auch sofort ein, die Gitarren klirren vor Kälte und der letzte Atemhauch jagt dich durchs Schneegestöber der manischen Gesangseinlage. Die ist wie das Donnergrollen vor dem Blitz, wie das drückende Gefühl im Magen, bevor sich die Schleusen öffnen – ungemein befreiend. Der kalte Groove von „Her Peace“ schwingt Thors Basshammer und lässt imaginäre Armeen einen nie enden wollenden Kampf austragen, während „Short but swell“ mit erdigem Groove und einer überzeugenden Rhythmussektion die Dämonen, welche in der Hüfte lauern, beschwört. Mit GWAR und ANVIL waren sie bereits auf Tour, dort wurde sicherlich auch das bombastische Beatmonstrum „Puppeteer“ gespielt, dessen Lyrics weniger inspirierend sind, als es die Komposition vorgibt. Die selbstbetitelte Debütscheibe ist solideste Handwerkskunst, ohne wirklich erkennbare Schwächen, hier werden eigentlich nur Ausrufezeichen gesetzt. Das beeindruckendste erwartet einem erst am Ende, wenn die Schrammelriffs von „Divided“ ein ganzes Heer plärrender Monstren vor sich hertreiben, um sie im progressiven Sumpf zu ertränken.

SOLENOID experimentieren nicht herum und fühlen sich auch keinen Subgenres zugeordnet. Das, was die Belgier fabrizieren, ist grundehrliche Kost und dafür stehen sie auch mit ihrem Namen. Selbst abgelaufener Hipp Babybrei ist nicht so schmackhaft wie dieser belgische, nach bestem Heavyrockreinheitsgebot gebraute Metal Export.

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