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SONOROUS DIN - Lusus Naturae

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Artist SONOROUS DIN
Title Lusus Naturae
Homepage SONOROUS DIN
Label EIGENPRODUKTION
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Wenn man in der Selbstbeschreibung einer Formation den Satz „Unsere Band ist in keine Sparte einordbar.“ liest, ist das oft ein Grund, misstrauisch zu werden. Man kann es schließlich auch so verstehen, dass die Band ihren Stil noch nicht wirklich gefunden hat und ihre wirklichen Stärken noch nicht kennt…

Ganz so unberechenbar ist das Debütwerk von SONOROUS DIN dann zum Glück doch nicht geworden. Alles in allem bekommt man musikalisch ansprechenden Mittelalter-Rock geboten, der durch die Kombination weiblichen und männlichen Gesangs mit Geigenspiel öfters an durch moderne Instrumente ergänzte SCHANDMÄULer erinnert. Vor allem das ruhige „Liebeslied“ und „Zwischen Leben und Tod“ sorgen für ein (sehr positives) deja vu. Beim Gesang der jungen Sängerin Jamila stellt man sich hingegen doch ab und zu die Frage, wohin es stilistisch gehen soll. Oft singt sie in hohen Tonlagen, bei denen man ganz klar Unsicherheiten heraushören kann, so dass die Stimme tatsächlich anstrengend wird. Sobald es in rockigere Gefilde geht, bekommt man plötzlich ein beeindruckendes Röhren zu hören, was ihr weit mehr zu liegen scheint. Die musikalische Begleitung ist allerdings klar eine Stärke der Band. Die Arrangements wirken sehr harmonisch, und das verträumte Geigenspiel beißt sich auch nicht mit der hin und wieder heftiger angespielten E-Gitarre. Nur selten wünscht man sich etwas eingängigere Melodien. Bei den deutschen Texten, auf die man bei einer mittelalterlich angehauchten Band zwangsläufig achtet, wird noch in einige Fettnäpfchen getreten. Wo IN EXTREMO schlau alte Quellen durchforsten und SCHANDMAUL lyrische Geschichten erzählen, tun sich SONOROUS DIN schon mit dem Opener „Lusus Naturae“ keinen Gefallen und versuchen sich an einem bedeutungsschwangerem, umständlichen Text, der sich mit der Zeile „Du ahntest nicht worum es hier geht“ ironischerweise sehr gut selbst beschreibt. Auch, wenn die Lyrics anderer Lieder zum Teil weit ansprechender sind: Immer mal wieder finden sich Satzgebilde, die eher angestrengt als nach Spielmannskunst klingen.

Wer hier und bei den Wacklern der Sängerin aber nicht ganz genau hinhört, wird an der CD dennoch seinen Spaß haben. Die Combo hat sicher eine Chance verdient.

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