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SONS OF RAGNAR - Lindisfarne

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Artist SONS OF RAGNAR
Title Lindisfarne
Label DANSE MACABRE
Leserbewertung
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8.5/10 (2 Bewertungen)

SONS OF RAGNAR spielen lupenreinen Viking Metal, der klingt, als hätten sich AMON AMARTH, BATHORY und CHILDREN OF BODOM getroffen, um ordentlich einen zu trinken und danach zusammen Musik zu machen, und was für welche!

Das klingt mal grummelnd-grimmig, mal fauchend böse und angepisst, mal dunkel leicht nach Pagan Metal & Folk, aber immer auf der Basis von melodischem Death Metal der skandinavischen Schule, mit Blasts, sehr gutem Schlagwerk, tiefer gestimmte Gitarren, Melodielinien in 4 oder 5 Stimmen auf E-D-oder F-Moll und dazu kehlig-krächzende Growls und knarziger Bassgesang, wie man ihn kennt und liebt im Metal-Metrausch. Die 5 Jungs kommen allerdings nicht aus den Wäldern Schwedens, von den Seen Finnlands, den Stränden der Ostsee oder den Bergen Norwegens, sondern aus den USA. Mittlerweile haben sie sich in den letzten Jahren in ihrem Sub Genre eine beachtliche Fangemeinde in den Staaten erspielt und avancierten dort zu den erfolgreichsten und bekanntesten Vertretern des Viking Metals made in USA.

Björn Ironside, Halfdan Ragnarson, Ubbe The Augementor, Sigurd Snake In The Eye und Ivar The Boneless (hübsche Pseudonyme) spielen erstklassigen Viking, der von Justin Ahles und Alyssa Day in den Audiolust Studios produziert und aufgenommen wurde, das Mastering, welches stellenweise an den Klang von Metalcore- oder Hardcorebands erinnert, kommt nicht sehr voluminös aus den Boxen, aber dafür mit einer enormen Kraft und knüppelhart aufgenommenen/ eingespielten Drums. Neben dem Rundling mit den 10 düsteren, teils auch sehr aggressiven Stücken kommt das Album im Jewelcase mit schön und stilvoll gestaltetem Booklet (Artwork von Jenny Ashford – Gravecake) daher, in grau und blau gehalten mit Runenschrift und Textbuch und dem obligatorischem Bild von Drachenbooten, deren Besatzungen einen Mönch im Kloster Lindisfarne meucheln wollen.

Zu Beginn der Normannenzüge war das damals reiche Kloster Lindisfarne die erste Klosteranlage, welche auf den britischen Inseln überfallen und gebrandschatzt wurde. Das greifen die 5 amerikanischen Normannen (ehrenhalber) textlich auf und setzen dies auch musikalisch in allerbester Form um. Eine dichte und tolle Atmosphäre entsteht beim Genuss des Albums, welche sich mit zunehmender Lauflänge mehr und mehr verdichtet und immer wieder die Spannung in wütenden Ausbrüchen und die Entspannung in folkig langsameren Passagen zu einer gelungenen Dramaturgie verbindet. Mit diesem Album kann den 5 amerikanischen Metal-Wikingern der Schritt über den Atlantik gelingen, nur diesmal segeln die Drachenboote gen Osten…

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