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SOPHIE ZELMANI - A decade of dreams 1995-2005

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Artist SOPHIE ZELMANI
Title A decade of dreams 1995-2005
Homepage SOPHIE ZELMANI
Label SONYBMG
Leserbewertung
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1.0/10 (2 Bewertungen)

Es gibt Geschichten, die ziehen ihre Kreise. Wenn man sich schlau macht über die Vita der 33-jährigen Sophie Zelmani, stolpert man immer wieder über folgende: „Deine Musik ist langweilig“ soll ihr damaliger Freund gesagt haben, aber nichts desto trotz schickte Frau Zelmani tapfer Demotapes zu Plattenfirmen und wurde gleich von der Sony erhört. Das ist nun über 10 Jahre her, und die Tatsache, dass ich bislang noch nie etwas von ihr gehört hatte und das, obwohl ich sämtlichen Output ihre Mitstreiterinnen vom Schlage „zerbrechliche Frau mit Gitarre“ im Schrank stehen habe, findet ihre Erklärung wohl weniger in der vernichtenden Kritik ihres Ex-Lovers als eher darin, dass sie zwar bislang in ihrer Heimat Schweden große Erfolge feiern konnte, aber dennoch mit keinem ihrer 5 Alben in den deutschen Charts in Erscheinung getreten ist. Vielleicht wird sich das mit der nun vorliegenden Retrospektive ändern. Das Opus heißt „1995 – 2005 a decade of dreams“ (sehr passend, ist „dreams“ doch eins von Zelmanis gesungenen Lieblingswörtern) und präsentiert 18 Songs, davon 3 nagelneue, der Rest aus ihren bisher erschienenen Alben, teilweise in frischem Gewand. Als Digipack äußerst aufwendig und stilvoll verpackt, nicht zuletzt durch Fotos von Irmelie Krekin und „dem“ Anton Corbijn, der sich nach eigenen Angaben beim Anschauen eines Videos in die scheue Sängerin und ihre Musik verliebt hat. So kann man sich parallel zu 75 Minuten Musikgenuss noch die passenden Gedanken von Sophie zu ihren Songs zu Gemüte führen und Foto-Portraits verschiedener Lebensabschnitte bestaunen.

Auf die Ohren bekommt man dabei zarten, fast gehauchten Gesang, stets von Gitarre und/ oder Piano untermalt, sehr dezent, sehr sparsam und oftmals durch repetetive Elemente nahezu von meditativer Wirkung, wie z.B. bei „Better kind“ oder „Got to stop“. Highlight sicherlich auch ein Stück wie „Precious burden“, bei dessen Live-Performance man sich jedes Hüsteln minutenlang verkneifen würde und der Griff zum Feuerzeug schon unverzeihlichen Lärm machen könnte. Ebenfalls Gefallen finde ich an den langen Instrumental-Passagen beim 7-Minüter „Oh dear“, deren beruhigender Einfluss auf Körper und Geist nicht lange auf sich warten lassen, während die Stücke mit männlichen Backgroundvocals für meinen Geschmack zu sehr ins kitschige abdriften.

Alles in allem eine umfangreiche, ansprechende Werksschau für alle Neueinsteiger, die uns lehrt: Höre besser nicht auf deinen Liebhaber, denn was heißt Liebhaber auf Schwedisch? Dilettant!

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