Band Filter

SPANDAU BALLET - Once More

VN:F [1.9.22_1171]
Artist SPANDAU BALLET
Title Once More
Homepage SPANDAU BALLET
Label UNIVERSAL/ ISLAND
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
9.5/10 (2 Bewertungen)

Bei SPANDAU BALLETs Kompilation „Once more“ liegt die Sache etwas anders als beispielsweise dem Pendant von FRANKIE GOES TO HOLLYWOOD. Es gibt mit dem Opener „Once more“, der aktuellen Single, und dem abschließenden „Love is all“ neues Material (bekannt aus Wetten, dass…?!, wie der Sticker auf der Hülle reklamiert) und eine Tour startete dieser Tage in London und führt die Band im nächsten Jahr auch nach Deutschland.

Tony Hadley (Gesang), Gary Kemp (Gitarre, Gesang), Steve Norman (Percussion, Saxophon), John Keeble (Schlagzeug) und Martin Kemp (Bass) gründeten gegen Ende der 70er Jahre SPANDAU BALLET. Sie waren eine der ersten Bands der sogenannten New-Romantic-Bewegung. Die New-Romatics verstanden sich als Gegenbewegung zum Punk, und waren eher ein modisches als musikalisches Kulturding.  Zwischen 1980 und 1982 bildeten sie quasi den Brückenschlag zwischen der auslaufenden Punkbewegung und der aufkommenden New Wave Bewegung. DURAN DURAN, die zweite große New-Romantic  Band, und SPANDAU BALLET lösten sich in den Jahren von dieser Szene. Man kleidete sich in edlen Anzügen und mit der typischen, überdimensionalen Haartolle, die vom Seitenscheitel ausgehend ins Gesicht fiel – so wurden SPANDAU BALLETT zu dem, was man in Deutschland als Popper bezeichnete. Allein in Großbritannien konnten sie 10 Singles in die Top-Ten der Charts bringen, u. a.  „Musclebound/ Glow“, „Chant No. 1 (Don’t Need This Pressure On)“, „Instinction“, „Lifeline“, „Gold“, „Only When You Leave“, „I’ll Fly For You“ und „Through The Barricades“.

Alle zehn sind natürlich auf dieser Kompilation vertreten. Und was freute ich mich, all diese wunderbaren Songs „unter einem Dach“ zu haben.  Klassische 80er Arrangements, Tony Hadleys schmerzloser Gesang, das ganz große Gefühlskino und so weiter und so fort. Aber, oh Gott, die Keyboards fehlen! „Neu produzierte Versionen“ steht auf dem Sticker der CD Hülle. Und neu produziert meint hier: Orgel und Piano statt Keyboard und Synthie. Das irritiert auf den ersten Hördurchgang, die Wohlvertrautheit ist gestört. Zusätzlich haben SPANDAU BALLET gesangliche Variationen eingebaut, die die Songs noch weiter vom Original entfernen. Die Neuinterpretation wurde also konsequent durchgezogen. Das ist mutig und findet garantiert Freunde. Aber für mich klingt das alles zu harmonisch nach Tanzcafé, Pizzaessen beim Standarditaliener um die Ecke und, ja, nach „Wetten, dass…“. Mit anderen Worten, die Originale gefallen mir besser. Ich bleibe bei „Gold“, der 2000er Best-of.

Dennoch bietet „Once More“ natürlich genügend Kaufanreize und die beiden neuen Titel fügen sich stilistisch perfekt ein. Wer zugreifen mag, bitte sehr!

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Mehr zu SPANDAU BALLET