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SPARKLING - I Want To See Everything

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Artist SPARKLING
Title I Want To See Everything
Homepage SPARKLING
Label VITAMIN A RECORDS
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Leon und Levin Krasel aus Köln sind Brüder, die schon früh zusammen Musik gemacht haben. Luca Schüten kam 2012 am Bass dazu. Nun ist Köln eine durchaus musikaffine Stadt, aber auch ein Umzug ins brodelnde Berlin wäre in der Band-Vita nicht wirklich weiter aufgefallen. Den Elektro-Post-Punk-Pop-Dreier zog es jedoch stattdessen nach ersten Konzerten auf dem britischen Eiland 2015 für ein halbes Jahr nach London. Für einen längeren Zeitraum hat womöglich die Kohle nicht gereicht, denn es ist von 800,00 Pfund Miete für eine 12-qm-Bude die Rede. Außerdem wollte Frankreich auch noch bereist werden und ein Langspiel-Debüt mussteauch noch eingespielt werden.

Dafür sind die Jungs dann auch an den Rhein zurückgekehrt und mittlerweile ist „I Want To See Everything“ auch schon in die Plattenläden gekommen. Den Brexit trotzend zelebrieren SPARKLING auf ihrem Erstling den europäischen Gedanken und singen auf Deutsch, Englisch und Französisch. Produziert wurde in Düsseldorf (für Kölner durchaus gewagt!) und London. Neben den bereits genannten Idiomen bedient sich das Trio der universellen Sprache der Musik, die in der Gestalt des eröffnenden Titeltracks temperamentvoll, eingängig und tanzbar daherkommt. Ein wenig verquerer geht „We Don’t Want It“ ins Ohr, bevor „Alive“ und „Champagne“ gut gelaunt ins Bein fahren. Derweil mäandert „Alles nur vielleicht“ munter durch die Elektronik, ehe „When I Go To Sleep“ einen Gang zurückschaltet und „Next To Me“ als poppiger Gruß der Schweineorgel durchgeht. Mit viel Schwung übernimmt „The Same Again“, bevor „It Isn’t True“ mit viel Drive auf den Dancefloor einlädt, wo das finale „Something Like You“ zur letzten schweißtreibenden Runde bittet.

Diese letzte Runde klingt im Übrigen very british, was ob der Einflüsse, die SPARKLING jenseits des Kanals aufgeschnappt haben werden, nicht überrascht. Die Europäer im Geiste haben in jedem Fall mit „I Want To See Everything“ ein hörenswertes Album vorgelegt, das zwar Boris Johnson nicht zur Vernunft bringen wird, aber dafür immerhin viel mehr Spaß macht als der Unsinn, den unsere Nachbarn im Vereinigten Königreich da seit Monaten verzapfen.

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