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SPECTRE DRAGON - Beyond Creation

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Artist SPECTRE DRAGON
Title Beyond Creation
Homepage SPECTRE DRAGON
Label EIGENPRODUKTION
Leserbewertung
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8.0/10 (1 Bewertungen)

Die einzig wahre METALband von Format aus dem Raume Bielefeld, die auch überregional was reissen kann, sind und bleiben SPECTRE DRAGON. Den Vorläufer ACRIMONY mitgerechnet lärmt man schon balde 20 Jahre (!) in der Gegend rum. Allerdings ist von dieser kultig-chaotischen Zeit nur noch Voivod-Maniac und Bassist MäcZ übrig geblieben, mit dem man damals nicht nur die Schulbank zusammen drückte, sondern auch etliche unschlagbare Partys erlebte. Unglaubliche Fotos gibt’s da… ähm, ja zur Scheibe. Mit dem vorliegenden „Beyond Creation“ haben es die Herren doch tatsächlich geschafft, endlich nach 15 Jahren Bandgeschichte ein abendfüllendes Werk zusammenzustecken. Zudem noch ein ganz hervorragendes, so halb objektiv (…) betrachtet. Ersteinmal fällt die geile Aufmachung ins Auge, ein Vollfarb-Klappdigi mit Booklet-Einleger zum Aufklappen, welcher alle Texte enthält. Für eine Eigenproduktion Top das Teil! Musikalisch hat man sich im Laufe der Jahre mittlerweile zu einer Ernst zu nehmenden lupenreinen Thrash-Kapelle gemausert, die sich vor internationalen Vergleichen nicht scheuen muß. Wer hätte das einmal gedacht bei den ähm, legendären Anfängen mit kultigen JuZ-Stricker-Auftritten Anfang bis Mitte der 90er. Das liegt mit Sicherheit auch am Einstieg von Frontbrüller Mätty und Schlagwerker Draconiz, die der Band seinerzeit einen enormen Schub gegeben haben.

Man bietet 12 Tracks absolut eingängigen und arschtretenden Bay Area-THRASH der guten alten 80er-Schule. An allen Ecken und Enden qualmen natürlich die Vorbilder hervor, aber da kaum noch eine Kapelle von damals existiert, ist es um so wichtiger, dass dieser Sound weiter am Leben gehalten wird. Abgesehen von mighty TESTAMENT und EXODUS gibt es ja kaum noch jemanden, der auf dem damaligen hohen Level zockt. SPECTRE DRAGON tun das, und jeder Fan der 80er-Schule ist gut beraten, sich dieses von Draconiz zudem hervorragend produzierte Werk in die Sammlung zu stellen. Außerdem könnt ihr das Teil für schlappe 10 Euronen abgreifen! Nicht umsonst fuhr man schon in etlichen größeren Magazinen wie Rock Hard und Legacy fette Reviews ein, der späte Lohn für das lange Durchhaltevermögen. Ein wenig Neuzeitlicheres hat man denn aber doch am Start mit den eingeschobenen MALEVOLENT CREATION-artigen Blasts. Draconiz spielt halt auch mal gerne ein wenig Hyperblast (hat ja mit GEIST auch noch ein Black Metal-Outfit am Start), was aber sehr gut zum Gesamtsound passt. Oberkult ist natürlich der huldigende Text von „Thrash Metal Legions“! Zwar ohne namhafte Gastsänger wie bei DESTRUCTION, aber mit noch coolerem Text, da dieser zu 98% aus Plattentiteln der alten Helden besteht. Wer die dahintersteckenden Bands errät, der hat auch gleich die Einflüsse der Combo beisammen (z.B. „Death by Hanging, we fullfilled your Horrorscope“ oder „We’re the Power from Hell, come get your Ticket to Mayhem“)! Abgesehen davon auch musikalisch eine Vollgranate der Song. Ebenso wie der Rest der fast einstündigen Scheibe, auf der sich kein Ausfall befindet. Ähnlich DEW-SCENTED regiert auch hier fast permanent die Highspeedkeule. Durch den Einstieg des Metal-verrückten (im positivsten Sinne) Mätty als Redakteur beim Legacy vor einiger Zeit, dürften sich auch endlich einige Türen für die Band öffnen. Mit Songs, wie dem knallenden Opener „Burning Red Eyes“ (TESTAMENT zur „Practice“-Phase mit passendem Chuck-Gedächtnis-Urschrei!), dem highspeedigen „Under Hell’s Command“, dem mächtig losmoshenden „Feeding the Brood“ oder dem zu Beginn schwer an SLAYERs „Spill the Blood“ erinnernden „Blood Addicted“ wird man jede Bangerschaft sofort bei den Eiern packen. Mätty als geborener Fronter wird seinen Rest dazutun, um die Meute aufzuwecken. Gerade „Blood Addicted“ zeigt auf, dass man sich vor den Leadern der Szene, wie DEW-SCENTED, nicht im geringsten verstecken muß. Man kann aber auch mal ein wenig melodischer zu Werke gehen, etwa bei „Soul Harvest“, welches mit feinen Soli daherkommt, nichtsdestotrotz aber mächtig Arsch tritt.

Neben dem aktuellen EXODUS-Meisterwerk und dem zu erwartenden TESTAMENT-Brüller gehört bei jedem Thrasher alter Schule auch dieses mitreißende Werk von SPECTRE DRAGON mit auf den Einkaufszettel!

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