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SPECTRE - 10 Pezzi Facili

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Artist SPECTRE
Title 10 Pezzi Facili
Homepage SPECTRE
Label OLD EUROPA CAFÉ
Leserbewertung
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8.5/10 (2 Bewertungen)

Mit „10 Pezzi Facili“ holt AIN SOPH Sänger und Gitarrist Marcello Fraioli aka SPECTRE zu seinem inzwischen zweiten Solostreich aus. Wie schon auf „Mantra Voluntatis“ hat er hier neben seinen Eigenkompositionen auch einige spezielle Coverversionen und Fremdtextadaptionen in das aus übersetzt „10 einfachen Stücken“ bestehende, mitunter recht eigenwillige Gesamtwerk einbezogen. Dabei praktiziert er diesmal eher minimalistisch, in Ansätzen orchestral sowie latent experimentell und vor allem facettenreich.

So ist das mit Dante Alighieri Lyrics versehene „Vita Nova“ nach dem Intro aufgrund des ausgeprägten Akkordeonspiels und ungeachtet des ergänzenden elektronischen Gitarrenschleiers im Hintergrund (der auch später in mehreren Songs dezent zum Einsatz kommt) mit gutem Willen noch am Rande des Folksektors einzuordnen, wogegen „Breus“ durch sein tragendes Piano und dem etwas eigenen gesprochenen Gesang des Meisters zu einer schönen, lupenreinen Dark Pop Nummer mutiert (von der es an späterer Stelle auch noch eine Instrumentalversion zu hören gibt). ”Magick Shop”, ein Cover des italienischen Musikpioniers Franco Battiato, fällt durch ein wenig forschere Gitarren danach zumindest soft-rockend aus und auch bei „Datemi Pace“ findet die Zweitverwertung eines Original statt. Allerdings wildert SPECTRE – ähnlich wie mit „Amanti tristi“ auf dem Vorgänger – bei diesem AIN SOPH Uraltklassiker im eigenen Revier. Psychedelisch verklärt, mit dann doch einmal richtig auftrumpfender Folkgitarre, dumpf tönender Perkussion und ordentlich sakralem Hall auf der Stimme erlebt man hier auf jeden Fall ein weiteres Highlight des Albums.

Sicher alles andere als gewöhnlich ist auch die darauf folgende Abhandlung der Titelmelodie der Krimiserie „The Persuaders“ (in Deutschland: „Die Zwei“), ebenso die rhythmische Minimal Electro Klangcollage „Trance Roma E.S.P.” mit Vocals von Corrado Mancini (CIRCUS JOY). Das Finale ist dann aber dem bekannten ´76er „L’Avvelenata” vom italienischen Liedermacher Francesco Guccini, abermals im wohligen Dark Pop Format, vorbehalten.

In gewissem Maße bietet SPECTRE auf „10 Pezzi Facili“ letztlich italienisches Musikcabaret. Dadurch, dass er sich abseits der gängigen Sounds bewegt, ist hier ein interessantes Stück Musik entstanden, zu dem das Warhol Zitat auf der Homepage des Künstlers eigentlich vortrefflich passt: „An Artist Is Someone Who Produces Things That People Don’t Need To Have But That He – For Some Reason – Thinks It Would Be A Good Idea To Give Them“ – wenngleich mit dem Zusatz, dass man derartige Vorhaben und Projekte natürlich unterstützen sollte.

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