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SPIDERGAWD - V

VN:F [1.9.22_1171]
Artist SPIDERGAWD
Title V
Homepage SPIDERGAWD
Label CRISPIN GLOVER RECORDS
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
9.0/10 (2 Bewertungen)

Anders als in den Jahren 2014 bis 2017 gab es 2018 keine neue Platte von SPIDERGAWD. Mit der heißen Nadel waren diese schlicht durchnummerierten Alben wahrlich nicht gestrickt, aber vielleicht haben Per Borten (Gitarre & Gesang), Kenneth Kapstad (Drums), Rolf Martin Snustad (Bariton-Saxofon) und Hallvard Gaardløs (Bass) aus Trondheim diesmal einfach ein bisschen mehr Zeit für den nächsten Silberling gebraucht, der konsequenterweise auf den Namen „V“ hört. Um es kurz zu machen: das Warten hat sich gelohnt!

Die Norweger verstehen sich einfach darauf, mit ihren Songs gefangen zu nehmen. Den Anfang macht diesbezüglich der Kollege Snustad, der den achtteiligen Reigen mit seinem Saxofon eröffnet, ehe die Kollegen mit einsteigen und mit der ersten Single-Auskopplung „All And Everything“ ordentlich einheizen. Die NWOBHM-Referenzen sind unüberhörbar, haben aber gleichzeitig ihren ganz eigenen SPIDERGAWD-Anstrich bekommen und deshalb wird dieser Tage auch nicht lange gefackelt, sondern amtlich gerockt. Die Seventies-Altvorderen wie THIN LIZZY oder auch KISS immer im Ohr, geht auf diese Weise auch das nachfolgende „Ritual Supernatural“ straight nach vorn, was in gleichem Maße für das basslastige „Twentyforseven“ gilt, das mit viel Druck und einem stimmgewaltigen Per Borten gefällt. Mit „Green Eyes“ sorgen SPIDERGAWD mit folkigem Fingerpicking und grungigen Dissonanzen für zusätzliche Spannung im treibenden Sound, der mit „Knights of CGR“ in bester BLACK-SABBATH-Manier aus den Boxen tönt und abermals das Saxofon in den Mittelpunkt stellt. „Avatar“ fällt als Midtempo-Rocker ein wenig aus dem Rahmen, verliert aber zu keinem Zeitpunkt etwas von der unbändigen Energie der Skandinavier, die mit „Whirlwind Rodeo“ erneut einen beeindruckenden Spagat zwischen den Siebzigern und der Gegenwart hinlegen. Das Energie-Level der vier Jungs ist wahrlich imponierend und bleibt auch selbst dann hoch, wenn sich wie bei dieser Nummer mal ein ruhiger Moment einschleicht. Auf der Zielgeraden lassen die Nordmannnen dann eh nichts mehr anbrennen und gehen dank „Do I Need A Doctor“ ein letztes Mal richtig steil.

Ab Mitte Januar sind SPIDERGAWD mit „V“ auf großer Europa-Tour und für den März hat sich das Quartett auch für zahlreiche Termine in Deutschland angekündigt. Wer sich irgendwo im Spannungsfeld zwischen THIN LIZZY und GLUECIFER heimisch fühlt, sollte sich a) schnellstens mit einem Konzertticket eindecken und b) sehen, dass er den neuen Tonträger bekommt, um sich schon mal für den Live-Genuss einzugrooven.

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