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.SPOUT. - We’re going straight to hell

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Artist .SPOUT.
Title W
Homepage .SPOUT.
Label PATE RECORDS
Leserbewertung
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7.5/10 (2 Bewertungen)

Hach ja, Crossover – das Genre (bzw. dessen Ausläufer), mit dem Unsereins unter anderem aufgewachsen ist. Für die einen DAS Ding, der unwiderstehliche Trend seiner Zeit, für andere ein totaler Schandfleck des ernstzunehmenden Rocks und/ oder Metals. Während sich aus diesen Gefilden (trotz einer dank meiner Schwester von beispielsweise METALLICA und GUNS’N’ROSES geprägten Kindheit) die Helden meiner Zeit als Heranwachsender herauskristallisierten, spricht man in manchen Teilen der Szene ähnlich beschämt, wie der Rest der Welt beispielsweise über die Neue Deutsche Welle. Ein sehr polarisierender Stil also, dem sich im Jahre 1998 auch sechs Österreicher mit dem Namen .SPOUT. annahmen und es sogar ins Vorprogramm von unter anderem MACHINE HEAD und LIFE OF AGONY schafften. Bis heute und mittlerweile auf ein Quartett reduzierte bespielte man stattliche sieben Silberlinge, der aktuellste stammt aus dem Jahr 2007 und trägt den markanten Namen „We’re going straight to hell“. Nun hat aber der Crossover seinen Zenit bereits seit längerem erreicht. Die ihn damals praktizierenden Bands haben sich (sofern sie sich nicht in der Blütezeit eine ausreichend großes Fanbasis aufbauen konnten) entweder weiterentwickelt oder es gibt sie schon gar nicht mehr. Umso interessanter ist es also nun zu schauen, wie .SPOUT. die Sache handhaben.

Dies wird einem bereits beim Opener „Out of sight“ mehr als eindeutig klar: Hartes, eingängiges Gitarrengeschrubbel, stampfender Bass und angerappte Vocals – Rezept des Crossovers aus der Mitte der 90er und ebenso das der vier Herren aus dem Nachbarland. Ähnelt der Sound in seiner Wucht ein wenig an Page Hamiltons Truppe HELMET, transportiert das Mikrophon von Sänger Stefan einen leichten Ska-Vibe und von auch Zeit zu Zeit melancholische Ausflüge á la Jonathan Davis auf stets reimende Weise. Dazu gesellen sich auch hin und wieder noch hörenswerte Shouts. Groovt Stefans Gesang anfangs doch mal ziemlich derbe, was besonders bei „Nothin’ in common“ positiv auffällt, fragt man sich spätestens bei der Hälfte der zwölf Kompositionen, ob der Gute dann nicht doch irgendwann einmal ein anderes Muster stricken kann. Zwar gibt die Stimme einiges her und der Wechsel mit den Shouts ist auch sehr stimmig, allerdings hört man sich schnell daran satt, dass die Strophen-Enden immer auf die gleiche Art in die Länge gezogen werden. Hier wünscht man sich dann doch mehr Abwechslung, für die durch das erwähnte Shouting, aber auch durch die Sprachgesang-Passagen oder die schnell gerappten Parts (die vor allem bei „What are you waiting for“ stark an 4LYN erinnern) ja genug Potential gegeben ist. Abwechslung ist leider generell das leidige Thema dieser Scheibe, auf der sich nicht alles, aber vieles sehr ähnelt. Der treibende Opener und das vielschichtige „The End“ – passender- aber ebenso unglücklicherweise der letzte Titel des Albums – sind mal so ein kleine Ausreißer, dazwischen findet man außer „Some Kind Of Zombie“ ansonsten nur minimale Unterschiede. Hier hätte mich mal ein ruhigeres Stück, besonders in Sachen Gesang, interessiert. Instrumental bewegt man sich auch in bekannten Kreisen – RAGE AGAINST THE MASCHINE und KORN lassen hier grüßen. Nette Riffs gibt’s zum Beispiel bei „Not the one / The other side“, ansonsten beschränkt man sich auf Eingängigkeit und Druck, was auch sehr gut gelingt: Zum abgehen, pogen und manchmal auch moshen ist das Liedgut wirklich schon sehr gut geeignet.

.SPOUT. liefern mit „We’re going to hell“ und guten Nummern wie „Out Of Sight“, „Nothing in Common“ oder „Some Kind Of Zombie“ wahrlich kein schlechtes Werk ab. Dasm was sie spielen, spielen sie souverän, sauber und gut – was ihnen aber selber zum Verhängnis wird, da sie sich darin scheinbar selbst zu gut gefallen, als dass sie bemüht wären, ein wenig Varianz mit einzubringen. Dazu stellt man sich die Frage, ob es nun mutig oder vielleicht doch unklug war, weiterhin diese Schiene mit dem nun doch ziemlich ausrangierten Crossover-Zug zu fahren. Es ist die Reise wert, wenn man sich immer noch oder ja vielleicht auch schon wieder für diesen Stil begeistern kann und auf eine nicht allzu anspruchsvolle, aber allemal rockbare Mischung aus KORN, 4LYN, HELMET, HEADPLATE, RAGE AGAINST THE MACHINE und ihren Kollegen steht.

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