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STAM1NA - Raja

VN:F [1.9.22_1171]
Artist STAM1NA
Title Raja
Homepage STAM1NA
Label GOLDEN CORE/ ZYX
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
8.0/10 (2 Bewertungen)

Wer anno 2007 eines der Konzerte von APOCALYPTICA gesehen hat, dürfte die vier Thrash-Recken aus Finnland bereits kennen, denn ansonsten haben die Jungs hierzulande wohl eher noch den Status eines Geheimtipps inne. In ihrem Heimatland sieht die Sache da schon ganz anders aus, denn STAM1NA haben sich mit ihrem neuesten Output „Raja“ zielstrebig auf Platz 1 der Charts katapultiert. Mal sehen, wie sich die Jungs hier in Deutschland schlagen.

Die Tatsache, dass die Lyrics komplett in Finnisch gehalten sind, verleiht dem Ganzen einerseits einen exotischen Touch und lässt die Band aus der Masse herausstechen (als wäre die Musik nicht schon durchgeknallt genug), andererseits bleibt so einem Sprachunkundigen der Inhalt der Texte leider verborgen. Insgesamt sollte das dem Genuss der Scheibe aber keinen Abbruch tun. Grundsätzlich ist einmal festzuhalten, dass einem hier feinste Thrash-Attacken in technisch anspruchsvoller und äußerst moderner Manier in die Gehörgänge geblasen werden, handwerklich schon mal absolut sauber und, wenngleich man von den Texten nichts versteht, dürfte man immer wieder erstaunt sein, in welcher Geschwindigkeit Sänger Antti „Hyrde“ Hyyrynen die ellenlangen Wörter rausbrüllt (z.B. gleich im druckvollen Opener „Hammasrastas“) – klar singen kann der Herr im Übrigen auch („Vartijaton“). „Erfrischend anders“, so kann man die Mucke auf jeden Fall bezeichnen – finnischer Einheitsbrei? Weit gefehlt! Trotz aller progressiven Anleihen, die immer wieder auszumachen sind, haben die Finnen ein Händchen für Melodien, die einfach hängen bleiben. Verproggter Modern Thrash mit Spaßfaktor also? Käme so ungefähr hin. Live jedenfalls beweisen sie ganz gut, dass sie absolut durchgeknallt sind. So richtig in die Thrashschublade kann man sie so oder so nicht packen, zwischendurch werden ordentlich melodische Parts eingebaut „Muistipalapelit“, teils geht’s in die Power Metalecke. Bis auf wenige Verschnaufpausen walzt die Finnentruppe mit ordentlich Druck, Groove und Tempo durch die Songs. Der Albumtitel „Raja“ bedeutet übrigens „Grenze“… in musikalischer Hinsicht existieren die aber definitiv nicht. Alles in Allem wirklich eine runde Sache, da mag man es den Jungs auch verzeihen, dass Mitsingen und Grölen bei Refrains flachfällt. Obendrauf gibt’s übrigens auch noch das Video zum sechsten Song „Lääke“.

„Raja“ gebe ich jedenfalls als absolute Kaufempfehlung für alle raus, die auch schon vom Vorgänger „Uudet Kymmenen Käskyä“ begeistert waren und auch an die, die ansonsten über „schnöden Einheitsbrei made im Land der tausend Seen“ meckern! Es geht auch anders.

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