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STANFOUR - Wild Life

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Artist STANFOUR
Title Wild Life
Homepage STANFOUR
Label UNIVERSAL
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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7.9/10 (10 Bewertungen)

Wer einigermaßen regelmäßig Radio hört, kennt „For All Lovers“ von STANFOUR. Erstaunlicherweise kommt dieser Stadion Rock aber keineswegs aus dem fernen Amiland, sondern von der kleinen Nordseeinsel Föhr. Dort waren die Brüder Alex und Konstantin Rethwisch zu Hause, bis es irgendwann beide ins sonnige Kalifornien verschlagen hatte. Jenseits des großen Teiches wurden die Herrschaften offensichtlich massiv mit dem amerikanischen Way of Life infiziert, wozu bei zwei Musikern natürlich auch die passende akustische Untermalung gehört. Trotzdem zog es die Jungs zurück in die alte Heimat, wo mit Eike und Christian an den Gitarren das Quartett komplettiert wurde. Mit Hilfe diverser hochklassiger Songwriter entstand ein Haufen Songs, die im bandeigenen Studio auf Föhr, in Stockholm und in der zweiten Heimat Los Angeles aufgenommen wurden.

Das Ergebnis heißt „Wild Life“ und bringt dreizehn dieser Stücke zu Gehör. Den Anfang macht der besagte Radio-Ohrwurm „For All Lovers“, der auch von einer Band wie CREED oder deren Nachfolger ALTER BRIDGE stammen könnte. Eine Hymne, die sich unweigerlich ins Hirn brennt und dort sein Unwesen treibt. „It’s Not Over“ klingt recht skandinavisch, was an den örtlichen Einflüssen während der Aufnahmen in Stockholmer Studio liegen könnte. In dem Song liegt eine gewisse gitarrengeschwängerte Melancholie, ohne jedoch an Eingängigkeit zu verlieren. „Desperate“ setzt auf große Gefühle und fährt absoluten Schmusekurs. Hier war übrigens Desmond Child mit von der Partie, der bereits bei Achtziger-Rock-Recken wie KISS, den SCORPIONS, ALICE COOPER und MEAT LOAF die Finger mit im Spiel hatte. Angeeckt wird auf der Langrille grundsätzlich nicht. STANFOUR sind nette Jungs von nebenan, die keinen Stress machen und einfach nur eine gute Zeit haben wollen. Entsprechend gutgelaunt geht’s mit „How Does It Feel“ weiter. Der Titeltrack „Wild Life“ bringt mehr Rhythmus ins Geschehen, eine treibende Nummer, die Spaß macht. Rhythmusbetont und stadiontauglich schließt sich „Do It All“ aus der Feder der Schweden Per Aldeheim und Max Martin an. Letzterer hat bereits für BON JOVI, PINK und KELLY CLARKSON gearbeitet, die den Track sicherlich auch nicht abgelehnt hätten. Dann wird es abermals Zeit für Herzschmerz und Streicher: „Lonely Life“ und „Jane“ schwimmen offensichtlich auf der Unglücklich-verliebt-Welle. Dazu lassen sich vortrefflich Videos drehen, bei denen einzelne Tränen die Wangen der langhaarigen blonden Schönheit runterlaufen, während das Auto des Liebsten für immer am Horizont verschwindet oder nur vergilbte Fotos von der großen Liebe übrig bleiben, die tragischerweise doch den High School-Star geehelicht hat. Gegen ein angemessenes Entgelt stelle ich gern diverse ähnlich gelagerte Drehbücher zur Verfügung. Bei „Crazy“ dürfen die Langäxte stärker dominieren und es geht wieder mehr zur Sache, natürlich weiterhin mit absoluter Radiotauglichkeit und ohne irgendwelche Disharmonien. Dem verschließt sich auch „World of Silence“ nicht. Stille ist hier nicht zu erwarten, stattdessen gibt es ein weiteres Mal lupenreinen Ami-Rock, der mit dem folgenden „All I Need Is“ eine standesgemäße Ablösung erfährt. „I Will Be“ sorgt für einen zuckrigen Abschluss, bei dem live die Feuerzeuge gereckt werden dürfen und ein letzter Aufmarsch emotionsgeladener Streicher das Herz erwärmt.

STANFOUR sind nice guys, die ebensolche Mucke machen. Ecken und Kanten sucht man beim Debüt des Vierer vergeblich. Stattdessen ist „Wild Life“ schön kuschelig und tut niemandem weh. Unter einem wilden Leben verstehe ich etwas anderes, hier ist die perfekt produzierte Light-Version ohne Risiko für alle, die auf Nummer Sicher gehen wollen und hier bestimmt nicht enttäuscht werden!

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