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STAROFASH - The Thread

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Artist STAROFASH
Title The Thread
Homepage STAROFASH
Label CANDLELIGHT RECORDS
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Es ist schon faszinierend, was für unterschiedliche musikalische Herzen in einer Brust schlagen können. So auch in der von Heidi Solberg Tveitan, auch bekannt unter dem Namen Ihriel als Part der Norwegischen Dark-Metaller PECCATUM. 2001 veröffentlichte sie als STAROFASH ihr erstes Soloprojekt, das mit opulenter Instrumentalisierung eher auf Esoterik-Rock-Pfaden wandelte. Nun legt sie mit „The Thread“ nach und bekommt dabei Verstärkung durch zwei Musiker aus dem Ambient-Lager, dem Deutschen Markus Reuter und Kenji Siratori aus Japan.

Wieder kommen Streicher, Gitarren, Keyboards, diverses Schlagwerk und verschiedene Stimmen zum Zuge. Das instrumentale Intro „How to invent a heart“ besteht aus watteweichen Soundtupfen, in die sich schneidend eine Gitarre bohrt, nahtlos geht es mit „Him and her“ ebenfalls instrumental weiter, eine dunkle Bass- und Streicherlinie gewinnt langsam an Fahrt und reift zum Filmscore. In „The world spins for you“ wird die Stimmung zunächst wieder entspannter, fast indieeskes Gitarrengeschrammel, dann wird das Bassthema aus „Him and Her“ wieder aufgenommen, zu aufsteigender Dramatik gesellt sich am Ende der Gesang von Frau Tveitan. „Drag them down“ ist ein Kaleidoskop aus Geräuschen, zusammengehalten durch eine wunderbare Gitarrenmelodie, ein Kennzeichen der gesamten Scheibe, die zwar mit gängigen Songstrukturen bricht, sich aber trotzdem ohne Anstrengung hören lässt. „The Snake Pit“ gleicht dem Intro, kleine, zarte Glöckchentöne in Zeitlupe, ein paar Geräusche und ein dumpfes Grollen aus dem Off setzen atmosphärische Kontraste. Mit „An apology gone bad“ singt Frau Tveitan dann eine schwermütige Ballade, dem mit „Blood bones an a skull“ wieder ein Instrumentalstück folgt, das zwar in seinem Grundgerüst die traurige Stimmung fortführt, mit entschlossenen Gitarrenriffs und einer kurzen männlichen Gesangssequenz jedoch auch wieder mit gegensätzliche Stimmungen aufwarten kann. In „Crossing over“ treffen sich nun weiblicher und männlicher Gesang, ehe Frau Tveitan für den „Epilogue“ nur noch ein paar Zeilen zu einzelnen Klavierakkorden haucht. Als Bonustrack gibt es dann noch „Neo Drugismo“ für mich fast das Highlight: Eine beschwörende Männerstimme erzählt etwas auf Japanisch, dazu eine einschmeichelnde Klaviermelodie, flankiert von Military Drums.

Über 40 Minuten währt diese Phantasiereise, auf der Frau Tveitan mutig und gekonnt Stimmen und Instrumente auf eine recht unorthodoxe Art neu aufeinander treffen lässt. Das Ineinander-Verwobensein einzelner Elemente schafft ein großes, interessantes Gesamtwerk in Sachen Avantgarde-Rock. Für Leute, die mit Anspruch entspannen wollen!

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