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STAUBKIND - Zu weit

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Artist STAUBKIND
Title Zu weit
Homepage STAUBKIND
Label OUT OF LINE
Leserbewertung
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7.5/10 (2 Bewertungen)

3 Jahre haben die Fans warten müssen, bis STAUBKIND aka Louis Manke ein neues Album auf den Markt werfen. Gründe, warum das so ist, kann man sicherlich genug finden, wenn man sich anderen Projekte des Sängers betrachtet ansieht: Gitarrist bei TERMINAL CHOICE, generell die Zusammenarbeit mit Chris Pohl (TERMINAL CHOICE; BLUTENGEL uvm.).Mehr muss man dazu wohl nicht sagen. Trotzdem dürsten die Anhänger von STAUBKIND natürlich nach mehr, und mit diesem Album bekommen sie endlich neue Songs, neue Texte und noch einiges mehr von Louis.

Ein neues Intro leitet die CD ein. Okay, das wäre nicht unbedingt notwendig gewesen, und eigentlich finde ich das alte schöner, geblieben ist allerdings das STAUBKIND-Motto „Fang dir deine Träume“, und auch die Stücke des Albums handeln von Träumen, Sehnsüchten, Schmerzen und Ängsten. Damit schließt „Zu weit“ quasi nahtlos an das erste Werk des Berliners an, bleibt thematisch und musikalisch vollkommen auf derselben Linie – jedoch ohne den Hörer auch nur eine Sekunde zu langweilen. Dabei reist selbiger mit STAUBKIND durch alle Höhen und Tiefen, von Hoffnungslosigkeit („Abschied“) über die Bitte nach Geborgenheit („Halt mich“) bis hin zu traurigen Geschichten („Königin“) erzählt Louis in diesem Album Geschichten und persönliche Schicksale (erfunden oder wahr, sei dahingestellt.). Dabei rutscht man aber niemals in eintönige Vor-sich-hin-Dudelei, sondern bietet durchaus deftigen Gitarrensound und Schlagzeugeinsätze. Gerade diese Mischung aus ernsten, tiefsinnigen Texten und grandioser musikalischer Umsetzung ist das Anziehende an STAUBKIND, und Louis raue und trotzdem gefühlvolle Stimme passt noch besser zu dieser Mischung, als man sich wünschen kann. Grandios und nahezu zu Tränen rührend ist aber die Coverversion von „Als ich fortging“. Im Original von der (damaligen) DDR-Band KARUSSELL und bereits gecovered von ROSENSTOLZ wirkt Louis’ Version wesentlich trauriger, verzweifelter und passender als die beiden bisher bekannten. Hut ab dafür, ein Lied zu covern und es quasi besser zu machen als das Original.

Als Bonus gibt es noch eine Akustikversion von „Viel mehr“, einem Song des ersten STAUBKIND-Albums „Traumfänger“, die mir im Gegensatz zum Rest des Silberlings nicht wirklich gut gefällt – was auch daran liegen könnte, dass mir Akustik-Stücke in den seltensten Fällen gefallen. Aber STAUBKIND überzeugen auf „Zu weit“ wesentlich mehr durch die Intensität ihrer Musik in Verbindung mit tiefgründigen, emotionalen Texten. Das lange Warten hat sich mehr als gelohnt.

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