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STEPHEN PARSICK - Cambrium – Music For Protozoa (+Backkatalog)

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Artist STEPHEN PARSICK
Title Cambrium – Music For Protozoa (+Backkatalog)
Homepage STEPHEN PARSICK
Label EIGENPRODUKTION
Leserbewertung
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7.0/10 (1 Bewertungen)

STEPHEN PARSICK, der [´ramp] Mitbegründer und „Doombient“ Schöpfer, hat seine elektronischen Vorlieben bereits mehrfach auch als Solist unter Beweis gestellt und sich dabei meist der musikalischen Realisation besonderer Thematiken gewidmet. Nach der klanglichen Umsetzung etwa einiger tektonisch-geologischer Begebenheiten und Quasi-Soundtracks zur Gletscherlandschaft Grönland oder den von Hochwasser gefährdeten Gebieten in den Niederlanden begibt er sich nun auf eine tonale Reise in die Urzeit. Mit Hilfe von Synthesizern und einiger elektronischer Klangerzeugungs-/ Klangverformungsmittel wird das 500 Millionen Jahre alte Reich der Einzeller in eine hörbare Form verfrachtet – „Music for Protozoa“.

Soundtüftler PARSICK hat die zehn Stücke aus ca. drei Stunden Material zusammengebastelt, das er im Rahmen seines Auftritts bei der „Nacht der Klänge“ am 29.05.2009 im Schwarzlichtraum der Uni Bielefeld dargeboten und aufgenommen hat. Eine interessante Veranstaltung, bei der sich seinerzeit auch der Terrorverlag unter das rege Volk gemischt hat. Auch wenn es schwer sein dürfte, das besondere Ambiente vor Ort in der heimischen Umgebung zu erreichen, kann man mit etwas Phantasie dennoch in das urzeitliche Leben eintauchen. Plötzlich blubbert und wabert dann die Ursuppe, Pantoffeltierchen fiepen und Amöben gluckern munter vor sich her. Gelegentlich wird der verhaltene, dunkel-dümpelnde Flächensound mit melodisch-rhythmischen Sequenzen angereichert (z.B. „DNA Sequence“, „Trilobite“), im Wesentlichen herrscht aber experimenteller (Dark) Ambient – der überwiegend (quasi Erdzeitalter-gemäß) mit dem noch analogen ARP 2600 kreiert worden ist.

Letztlich ein ambitioniertes, aber recht eigenwilliges Unterfangen, bei dem man den einzelnen Klangmolekülen streckenweise erhöhte Aufmerksamkeit entgegen bringen muss, um feststellen zu können, wie diese sich immer weiter verdichten, verändern und neu zusammensetzen.

Als Annex noch ein kurzer Blick auf den aktuell verfügbaren Backkatalog von STEPHEN PARSICK, der sich musikalisch überwiegend um einiges zugänglicher darstellt:

„Hoellenengel“:
Ein atmosphärisch sehr dichtes Album, das auf der Idee einer Fortsetzung des Blade Runner Soundtracks basiert, bei dem sich allerdings der VANGELIS Sound mit der düsteren Welt von Brian Williams (LUSTMORD) paart. Die 12 Kompositionen (73 Minuten) aus den Jahren 2000 bis 2004 sind direkter konzipiert als ihre Nachfolger auf „Cambrium“. Durch den Einsatz des Yamaha CS-80 Synthesizers wandelt der studierte Medien- und Musikwissenschaftler PARSICK klangcharakteristisch deutlich auf den Spuren des Originals, baut hin und wieder aber auch Untypisches (wie etwa orientalische Tonfolgen) ein. Während des Aufnahmeprozesses wurde das gesamte Material dabei unmittelbar auf DAT eingespielt. Ein futuristisch anmutender Klangzyklus mit teils melancholischem, teils dezent-finsterem Unterton. Sehr interessant!

„Traces Of The Past (Redux)“:
Das Debütwerk von Stephen (ursprünglich aus dem Jahre 1998) in seiner überarbeiteten Neufassung von 2007 (inklusive dreier unveröffentlichter Tracks) ist wiederum komplett anders. Hier haben noch KLAUS SCHULZE und TANGERINE DREAM Pate gestanden, es wurde sogar u.a. ein Original Mellotron von Peter Baumann verwendet. Unterstützt wurde SP auf dieser Scheibe von Klaus Hoffmann-Hoock an der (vor allem Space-)Gitarre, für den er in seinen musikalischen Anfangstagen bereits bei dessen Bands COSMIC HOFFMANN und MIND OVER MATTER mitgewirkt hat. Gemeinsam hat man wunderschöne psychedelisch-sphärische Elektronika und verträumte Spacemusik erschaffen, die mit warmen Klängen zu einer fast schon meditativen Reise einladen. Durchweg empfehlenswert!

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