| Artist | STEVE HARRIS |
| Title | British Lion |
| Homepage | STEVE HARRIS |
| Label | EMI |
| Leserbewertung |
STEVE HARRIS, der IRON MAIDEN-Mastermind, hat ein Solo-Album veröffentlicht, wobei man vielleicht anmerken sollte, dass BRITISH LION als Band schon existierte, bevor Steve einstieg – und er schon länger mit ihnen arbeitete. Letztendlich ist daraus aber nun eine STEVE HARRIS-Veröffentlichung geworden, was unter kommerziellen Gesichtspunkten sicherlich eine kluge Entscheidung war. Allerdings sollten MAIDEN-Fans kein IRON MAIDEN-Werk erwarten…
Dass STEVE HARRIS ein Fan klassischen Hard Rocks der 70er und auch 80er Jahre ist, dürfte sich inzwischen rumgesprochen haben. Somit ist dies auch der Weg, denn er mit seinen Mitstreitern auf „British Lion“ einschlägt. Somit wirkt das Album durchaus ein wenig altmodisch, weiß aber musikalisch dennoch schnell zu gefallen. Etwas mehr Zeit benötigt man, wenn man sich auf Sänger Richard Taylor einlassen will, denn wenngleich er durchaus ein guter Vokalist ist, klingt er oftmals, wenn er höher singt, etwas weinerlich, was beizeiten ein wenig anstrengend ist. Hat man sich aber erst mal in seinen Gesang reingehört, weiß auch er zu überzeugen. Im Instrumentalbereich hingegen, sind Steve – der ja eh DER Gott am Bass ist – und seine Jungs über jegliche Kritik erhaben. Klar, man bekommt hier kein lupenreines und hartes Album im MAIDEN-Stil geliefert, obwohl gerade die Refrains deutlich Steves Herkunft zeigen, sondern ein Hard Rock-/ Rock-Werk, das auch durchaus kommerzielles Material wie das poppige “Eyes Oft he Young“ featured, welches dann doch ziemlich cheesy klingt. Andererseits gibt es erstklassige Hardrocker wie das dann doch irgendwie MAIDENeske „Us Against The World“ (das ich gerne mal mit Bruce am Gesang hören würde), oder auch „A World Without Heaven“ oder der Opener „This Is My God“. Da verzeiht man die BRYAN ADAMS-Kopie „These Are The Hands“ doch gerne mal.
Unterm Strich gesehen ist „British Lion“ also ein hochwertiges Hard Rock-Teil mit Ecken und Kanten. Einige Songs sind großartig, andere durchaus verzichtbar, wenngleich das gute Material überwiegt und man sich in die Songs ein wenig reinhören muss. Ich würde sie gerne mal mit einem anderen Sänger hören… ja vielleicht hätte sogar Steve selber zum Mikro greifen sollen. Vielleicht habe ich ja die MAIDEN-Fanbrille, die seit 1985 an meinem Gesicht festgewachsen ist auf, aber nach einigen Durchläufen und geänderter Erwartungshaltung gefällt mir STEVE HARRIS Solo-Scheibe ziemlich gut (was nach dem ersten und zweiten Anhören durchaus nicht der Fall war, abgesehen von eben „Us Against The World“ und „A World Without Heaven“, die gleich zündeten). Man muss sich als MAIDEN-Jünger halt von dem Gedanken verabschieden, hier das übliche NWOBHM-Material zu bekommen und das Ganze losgelöst von Steves sonstigem Schaffen sehen. Ich gehe hier sogar so weit zu sagen, dass „British Lion“ Leuten gefallen wird, die sich niemals eine Jungfrauen-CD anhören würden. Tolerante MAIDEN-Fans und Leute die Lust auf gutklassigen, wenngleich nicht spektakulären Hard Rock alter Schule haben, greifen zu.

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