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STEVE SKAITH BAND - Latin Quarter Revisited

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Artist STEVE SKAITH BAND
Title Latin Quarter Revisited
Homepage STEVE SKAITH BAND
Label WESTPARK MUSIC
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Nun muss ich aufpassen, mich nicht zu wiederholen, denn die Musik von STEVE SKAITH, einst Sänger von LATIN QUARTER, begleitet mich nun schon sehr, sehr lange. Das erste LQ-Album namens „Modern Times“, von dem der eine oder andere Ü30er sicher noch „Radio Africa“ kennt, ist sicherlich das am häufigsten gehörte Stück Musik meiner Sammlung. Einst noch auf schrebbeligen Cassetten festgehalten, gehörte das Gesamtwerk von LATIN QUARTER zu meinen ersten CD-Anschaffungen. Leider löste sich die Band in den 90ern auf und einzig Steve Skaith, der in Mexiko eine neue Heimat fand, hielt das Erbe hoch.

Und das nach drei Soloalben nun wieder gezielter denn je, denn wie der Titel schon sagt, hat er auf „Latin Quarter Revisited“ 11 alte Songs neu mit seiner Band eingespielt. Will heißen: Raus aus dem Pop der 80er mit viel Backgroundgesang und technischen Effekten, rein in Steves heutigen Klangkosmos zwischen Singer/ Songwriter und Weltmusik. Mit von der Partie sind zur Zeit Ricardo Serrano an Drums und Percussion, Siobhan Culhane an Akkordeon und Violine, Cathrine Burke mit Klarinette, Mandoline, diversen Flöten und Backgroundgesang, James Ahwei am Bass sowie Steve Jeffries mit Piano, Percussion und Backgroundgesang. Also ein sehr organischer, warmer und intimer Sound. Dazu STEVE SKAITH als Leadsänger und Gitarrist mit seinem sich nie in den Vordergrund spielenden Gesang. Die oftmals kritischen Texte bedurften dabei nur bei „Radio Africa Continued“ einer kleinen Anpassung, alle anderen Themen sind auch über 20 Jahre später noch oder wieder erschreckend aktuell, egal ob es bei „New millionaires“ um Arbeitslosigkeit oder „Dominion“ um die Zerstörung des Regenwaldes geht. Und hier liegt auch schon mein einziger Kritikpunkt, denn einige Songs haben gegenüber den Originalen an Tempo verloren (z.B. „Something isn’t happening“) und Protest, Wut und Kritik von einst laufen ein wenig Gefahr, in watteweichen Wohlfühlrhythmen an Kraft zu verlieren. Insofern schön, dass „My heart stopp speaking“ nicht fehlt, (im Original auf dem dritten Latin Quarter Album „Swimming against the stream“ erschienen) das sich schon damals sehr selbstkritisch mit der frustrierenden Erkenntnis beschäftigte, dass ein Protestsong leider nicht die Welt verändern wird.

Ansonsten ist „Latin Quarter Revisited“ auf jeden Fall ein Wiederhören mit wunderschönen Melodien wie das reduzierte „Eddie“ oder das verspielte „Donavan’s doorway“, die auch neu instrumentalisiert zu verzaubern wissen. Mal leise, oft beschwingt kommt viel alte LATIN QUARTER Substanz noch mal zu neuen Ehren. Live im Übrigen immer ein sehr warmherziger Genuss und völlig zu unrecht vom Großteil der Menschheit ignoriert.

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