| Artist | STRAFTANZ |
| Title | Forward Ever |
| Homepage | STRAFTANZ |
| Label | SCANNER/ DARK DIMENSIONS |
| Leserbewertung |
Der Name STRAFTANZ scheint ja in einer gewissen Szene mittlerweile fast zu einem Synonym für sinnloses Aggrotech Geballer avanciert zu sein, andernorts werden die High Speed Floorkracher überschwänglich abgefeiert. So geschehen auch durch meinen Kollegen Neo bei der vorausgegangenen EP „Tanzt kaputt, was euch kaputt macht“. Irgendwo in der Mitte sollte doch eine Art Wahrheit zu finden sein? Nach meinen Live Eindrücken war auf jeden Fall klar, dass das Quartett nicht die songwriterische Klasse der LAKAIEN erreicht, dafür aber auf humorvolle Art und Weise eine immer stumpfer werdende Szene parodiert. Und Gäste vom Schlage eines Mille (KREATOR), Myk Jung (THE FAIR SEX) oder Carsten von [:SITD:] geben ihre guten Namen auch nicht für eine schrottige Eintagsfliege her.
Die TON STEINE SCHERBEN-Anspielung (zumindest im Titel) eröffnet dann auch das bunte Electro Potpourri, das sich auf relativ geschickte Art und Weise aus dem Fundus bekannter Genrekollegen bedient. Ein absoluter Clubfeger, das muss man einfach zugeben. „Out of Time“ überrascht dann mit melodischem Gesang und der Einbindung gefälliger Future Pop-Elemente, „Finale Vollendung“ dürfte mit seiner technoid-noisigen Ausrichtung eher was für die SHNARPH!-Freunde unter uns sein. Als nächstes verleiht der kultige KREATOR Sänger „Praise the Panic“ einen leichten Industrial Metal Touch. Auch der Titel übrigens eine nette Anspielung auf die erfolgreichen Ruhrpott Thrasher. „Doubt“ erinnert mich nicht unwesentlich an ROTERSAND, während der „Industrieschnee“ mit Herrn Jacek PRODIGY Beats mit der lyrischen Seite vom PRAGER HANDGRIFF verbindet. Eine Ode an die Heimat aus Stahl, Malochern und Moneten. Zum Abschluss darf natürlich der erste Hit mit dem Bandtitel im Namen nicht fehlen, der die deutschen Dunkelclubs rauf und runter zitiert.
Also eine durchaus abwechslungsreiche Sache mit dem Schwerpunkt Tanzbarkeit, gut ausproduziert und wenn stumpf dann auch gewollt. Die große Klappe im Promotext kann man bei der Herkunft verzeihen, die historische Bedeutung der Combo wird sich erst später zeigen. Bis dahin gibt es wahrlich Schlechteres in dem Genre.

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