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STRAFTANZ - Mainstream Sellout Overground

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Artist STRAFTANZ
Title Mainstream Sellout Overground
Homepage STRAFTANZ
Label DARK DIMENSIONS
Leserbewertung
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6.0/10 (26 Bewertungen)

Wer von uns kennt nicht den gleichnamigen Clubhit „Straftanz“ oder „Tanzt kaputt, was Euch kaputt macht“? Mit beiden Tracks sind sie aus der hiesigen Szene nicht mehr wegzudenken und nun liegt ihre neue, recht ironisch betitelte Veröffentlichung „Mainstream Sellout Overground“ vor. Im Vorfeld dieser Rezension hielt sich meine Begeisterung eher in Grenzen, standen die Ruhrgebietler für mich doch als eine Art prominentes Synonym für den musikalischen Niedergang der Elektro-Szene. 

Aber das Werk präsentiert sich dann doch etwas anders als „befürchtet“. Bieten STRAFTANZ 2011 doch einigermaßen überraschend recht vielfältige musikalische Ideen, die zwar auf der einen Seite einen leichten Trash-Faktor inne haben, aber andererseits irgendwie rocken. Auf vielen Stücken, beginnend mit einem der wohl kürzesten Titeltracks der Musikgeschichte, schreien sie uns ihre wilden und teilweise uninterpretierbaren lyrischen Ergüsse ins Ohr. Viel in ihrer Musik erinnert an die experimentelle Startphase des Punks, nur diesmal angereichtert mit elektronischen Anleihen. Fast so, als wenn ATARI TEENAGE RIOT die FEHLFARBEN oder X MAL DEUTSCHLAND treffen würden. Songs wie „Turbo“ oder „Die neue F-Klasse“ mit ihrer in Lyrik verpackte Gesellschaftskritik oder das Oldschool-EBM orientierte, an eben FEHLFARBEN angelehnte „Fuer die Kinder“ sind die besten Beispiele für dieses Vorgehen. „Forward Ever“ geht beinahe in die Richtung einer Cybergothic-Ballade und „The Enchantement“ verpackt das totgedudelte CG-Klischee in ein innovatives Kostüm. „Biftek De Licorn“ mit fragilem, weblichen Gesang und zarten Melodien sowie einer „finsteren“ Männerstimme erinnert ein wenig an FALCOs „Jeanny“. 

Auf den zwölf Tracks bieten STRAFTANZ eine schon erstaunliche und von mir nicht erwartete musikalische Bandbreite und Kreativität an. Zwar irgendwie verrückt, aber dennoch nicht nervig und da sich die Zeiten und Ansprüche verändern, wer weiss, viellleicht werden sie irgendwann mal Szene-übergreifend Erfolg haben. Denn schließlich ist vieles, was in den 70ern/ 80ern als Müll galt, heute musikalisches Kulturgut.

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